zur Navigation springen

Frauen-Lustpille Addyi : Verkaufsstart für „Pink Viagra“ in den USA

vom

Kann eine Pille Frauen zu mehr Lust auf Sex verhelfen? „Pink Viagra“ hat ungewisse Erfolgsaussichten und Nebenwirkungen.

In den USA hat am Wochenende der Verkauf des luststeigernden Medikaments Addyi begonnen. Der enthaltene Wirkstoff Flibanserin soll Botenstoffe im Gehirn beeinflussen und so bei Frauen den Wunsch nach Sex verstärken. Der Preis für das oft „Viagra für Frauen“ genannte Medikament liegt laut Magazin „Newsweek“ je nach Krankenkasse zwischen 30 und 75 Dollar (26 bis 66 Euro) pro Monat. Ob und wann ein Verkauf des umstrittenen Produkts auch in Deutschland angestrebt wird, ist nach Herstellerangaben noch unklar.

Forscher sehen in dem Medikament einen Schritt hin zu effizienteren Mitteln, die eine Luststeigerung bei Männern und Frauen auslösen. „Das ist das erste Mal, dass ein Medikament zugelassen wurde, das nur auf das sexuelle Verlangen abzielt“, sagte Psychologieprofessorin Kim Wallen dem Fernsehsender NBC. „Das macht den Weg frei für viele andere Mittel, die derzeit in der Entwicklung sind.“ Anders als das Männer-Viagra wirkt das „Pink Viagra“ nicht auf den Körper, sondern auf psychische Mechanismen - vergleichbar mit Mitteln gegen Depression. Die Tablette muss täglich eingenommen werden.

Experten kritisieren die vielen Nebenwirkungen wie Schwindel und Übelkeit sowie die geringe Wirksamkeit. Nur eine von zehn Frauen spürte in Tests ein leicht gesteigertes Verlangen. Alkohol sollte über die gesamte Einnahmedauer nicht konsumiert werden, weil die Nebenwirkungen dadurch noch verstärkt werden.

Nach zwei gescheiterten Anläufen hatte das Mittel im August die Zulassung für den US-Markt bekommen. Der deutsche Hersteller Boehringer Ingelheim war 2010 nach dem ersten fehlgeschlagenen Versuch aus dem Projekt ausgestiegen. Laut „New York Times“ hatte es bei der Zulassungsbehörde FDA auch dieses Mal ablehnende Stimmen gegeben. Für den Hersteller Sprout Pharmaceuticals hat sich die Neuentwicklung gelohnt: Das Unternehmen wurde für eine Milliarde Dollar vom kanadischen Pharmariesen Valeant aufgekauft.

Addyi ist verschreibungspflichtig und nur nach Beratungsgesprächen bei geschulten Ärzten und Apothekern erhältlich. Mit fünf Fragen sollen andere Gründe für sexuelle Unlust wie Stress oder eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden.

zur Startseite

von
erstellt am 18.Okt.2015 | 16:46 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen