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Verbraucherschutz kritisiert Freihandelspläne mit USA

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 06.Aug.2014 | 13:38 Uhr

Das geplante Freihandelsabkommen zwischen EU und USA (TTIP) erhitzt weiter die Gemüter. Nach wie vor gebe die EU-Kommission nur sehr wenige Informationen zu TTIP heraus, kritisieren viele Verbraucherschützer. Nur wenige Verbraucher wissen, was sich mit dem Abschluss der Verträge tatsächlich für sie ändern könnte, denn die Verhandlungen sind geheim, ihr Ausgang ungewiss. Die Verbraucherzentrale Hamburg hat jetzt zusammengefasst, was Europäer über „Chlorhühnchen“ hinaus beim Kauf und Verzehr von Lebensmitteln erwartet, wenn US-Produkte eingeführt würden, und wie es um ihre Wahlfreiheit beim Essen im Restaurant und Einkauf im Supermarkt stünde.
> Gentechnisch veränderte Lebensmittel würden ohne Kennzeichnung in der EU verkauft. Die Kennzeichnungspflicht würde aufweichen. Das Zulassungsverfahren für neue Pflanzen werde einfacher, und gentechnisch veränderte Futtermittel würden voraussichtlich verstärkt importiert.

> Fleisch von geklonten Tieren könnte ohne Kennzeichnung in die EU geliefert werden genauso wie  Fleisch von mit Wachstumshormonen aufgezogenen Tieren.

> Das gleiche gelte dann für Milch und Milchprodukte von „Hormon“-Kühen. 

> Die noch nicht ausreichend erforschte Nanotechnologie hielte ohne Kennzeichnung Einzug in die europäische Lebensmittelproduktion.

Ob Gentechnik, Klonen, Hormoneinsatz oder Nanotechnologie - in vielen Bereichen der Lebensmittelproduktion sind die Gesetze in Europa wesentlich strenger und verbraucherfreundlicher als jenseits des Ozeans. „Es steht viel auf dem Spiel“, sagt Silke Schwartau, von der Verbraucherzentrale Hamburg. „Wer möchte schon gegen seinen ausdrücklichen Willen im Restaurant geklontes Fleisch essen oder mit Hilfe von Wachstumshormonen produzierte Milch im Latte Macchiato trinken?“ Doch in Gaststätten oder Kantinen ist so gut wie keine Kennzeichnungspflicht von Seiten des Gesetzgebers vorgeschrieben.

Auch im Handel wird es für Verbraucher nicht einfach, die US-Lebensmittelstandards ausfindig zu machen. Zwar muss beispielsweise frisches Fleisch gekennzeichnet werden, doch in Lasagne, Gulaschsuppe oder auf einer Pizza weiterverarbeitet ist eine Deklaration etwa von Hormon- oder Klonfleisch nicht mehr vorgeschrieben.

Mehr dazu unter http://www.vzhh.de

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