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Ernährung : Verbraucher lieben Fisch - trotz hoher Preise

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Fisch ist relativ teuer geworden, bleibt bei den Verbrauchern aber beliebt. Sie weiten ihr Budget für Fische und Krustentiere Jahr für Jahr aus, bekommen dafür allerdings nicht mehr Fisch.

Hamburg | Die Verbraucher in Deutschland haben im vergangenen Jahr etwas weniger Fisch gegessen. Pro Kopf ging der Verbrauch um 300 Gramm auf 15,2 Kilogramm Fisch und Meeresfrüchte zurück, teilte das Fisch-Informationszentrum (FIZ) am Dienstag in Hamburg mit. Grund dafür seien die hohen Preise, denn die Ausgaben der Konsumenten für Fisch lagen mit 3,3 Milliarden Euro um ein Prozent über dem Vorjahr und damit auf einem Rekordstand.

Nach Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) ist der Fischkonsum sogar noch stärker - um neun Prozent auf 14,4 Kilogramm pro Kopf - gesunken. Das bestreitet die Fischwirtschaft jedoch und verweist auf Änderungen bei den Lagerbeständen, die bei der BLE nicht einberechnet seien.

Fest steht: Die Fischkäufer haben für mehr Geld weniger Fisch bekommen. „Die hohen Preise sind zum Teil auf die EU-Fischereipolitik zurückzuführen, zum Teil auf die hohe internationale Nachfrage“, sagte FIZ-Geschäftsführer Matthias Keller. Diese Entwicklung sei schmerzlich für die Verbraucher, berge aber auch Exportchancen für die deutsche Fischindustrie.

Der meiste Fisch wird nicht frisch verkauft, sondern industriell verarbeitet, zum Beispiel zu Fischstäbchen und Fischfrikadellen aus der Tiefkühltruhe, zu Konserven und Marinaden. Deutschland hat dabei eine starke Position: Rund 1,8 Millionen Tonnen Fisch und Meeresfrüchte werden jährlich eingeführt, die Hälfte davon wieder ausgeführt.

In den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres seien die Ausgaben der Verbraucher weiter um fünf Prozent gestiegen und auch die verkaufte Menge habe wieder um ein Prozent zugelegt. „Die positiven Entwicklungen bei vielen Fischbeständen werden zu einem steigenden Angebot an Rohwaren führen“, sagte FIZ-Vorstandschef Thomas Lauenroth.

Alle in der EU haben Lauenroth zufolge ihre Hausaufgaben gemacht im Sinne einer nachhaltigen Fischereipolitik. Die Fischwirtschaft selbst bemühe sich um das Vertrauen der Verbraucher und habe ihre Informationen zu einem nachhaltigen Fischeinkauf stetig ausgebaut.

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erstellt am 03.Sep.2013 | 18:31 Uhr

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