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Manipulations-Software : USA verklagen VW im Abgasskandal – Milliardenstrafen drohen

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erstellt am 04.Jan.2016 | 19:53 Uhr

Washington | Die US-Regierung hat im Abgasskandal Klage gegen Volkswagen eingereicht. Dem Konzern werden der Einsatz von Betrugssoftware und Verstöße gegen das Klimaschutzgesetz vorgeworfen, wie das Justizministerium am Montag in Washington mitteilte.

Für VW ist der Schaden ohnehin schon immens. Im Januar will Volkswagen im „Dieselgate“ eine gigantische Rückrufaktion starten. Die Motoren mit manipulierten Werten zum Stickoxid-Ausstoß sollen mit Software-Updates und gegebenenfalls noch einem kleinen weiteren Umbau sauberer werden.

VW drohen Strafen in Milliardenhöhe. Der Konzern hatte den Einsatz von Manipulations-Software bereits im September eingeräumt. Bislang haben sich die Wolfsburger mit den US-Umweltbehörden noch nicht auf einen Rückrufplan zur Beseitigung der Programme einigen können.

Die Klage richte sich neben VW auch gegen die ebenfalls vom Skandal betroffenen Konzerntöchter Audi und Porsche. Die Hersteller hätten in fast 600.000 Dieselfahrzeugen eine illegale Software („Defeat Device“) eingesetzt, um bei Emissionstests zu betrügen.

Ein VW-Sprecher sagte am Montagabend in Wolfsburg: „Wir kennen die Klageschrift noch nicht im Detail und werden sie nun zunächst prüfen.“ Man sei aber in einem ständigen Austausch mit den Behörden.

Der weltweite Abgas-Skandal stürzte VW in die schwerste Krise der Konzerngeschichte. Der Mythos des Erbauers von „Käfer“ und „Golf“ ist schwer beschädigt. Wegen der falschen Abgaswerte bahnen sich auch in Deutschland teure Zivilklagen enttäuschter Autofahrer und VW-Aktionäre an. Anders als in den USA gibt es hierzulande jedoch kein Sammelklage-Verfahren: Jeder Autofahrer, der glaubt, einen Schaden erlitten zu haben, muss diesen dokumentieren, beweisen und dann selbst geltend machen.

 

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