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«Dieselgate»-Affäre : USA verklagen Ex-Audi-Manager im Abgas-Skandal

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Die USA lassen bei der strafrechtlichen Aufarbeitung von Volkswagens «Dieselgate»-Affäre nicht locker. Nun hat das Justizministerium Strafanzeige gegen einen Ex-Manager der VW-Tochter Audi gestellt. Damit steigt die Zahl der angeklagten Mitarbeiter auf acht.

Die US-Regierung will einen ehemaligen Audi-Manager wegen angeblicher Mittäterschaft beim Abgas-Skandal des Volkswagen-Konzerns zur Verantwortung ziehen.

Gegen den 60-jährigen Italiener, dem Verschwörung zum Betrug und Verstöße gegen US-Umweltrecht vorgeworfen werden, wurde Strafanzeige beim zuständigen Gericht in Detroit im US-Bundesstaat Michigan gestellt. Das teilte das Justizministerium am Donnerstag in Washington mit.

Der Mann werde beschuldigt, bei der VW-Tochter Audi von etwa 2006 bis November 2015 ein Team von Ingenieuren geleitet zu haben, das für die Abgaskontrollsysteme der Modelle für den US-Markt zuständig war. In diese Zeit fiel laut US-Ermittlern ein Komplott zur systematischen Manipulation von Emissionswerten des Schadstoffs Stickoxid mittels einer speziellen Software zum Austricksen von Abgastests.

Der Angeklagte soll Teil der Verschwörung gewesen sein, bei der dieser vorsätzliche Abgasbetrug und damit die Verletzung des Luftreinhaltegesetzes beschlossen und angeordnet wurde. VW räumte die Manipulationen nach Vorwürfen der US-Umweltbehörden im September 2015 ein und musste bereits 22,6 Milliarden Euro an Rechtskosten zur Beilegung von Klagen in Nordamerika wegen der Affäre verbuchen.

Während die strafrechtliche Verfolgung in den USA mit diesen Vergleichen auf Konzernebene beigelegt wurde, versuchen die dortigen Behörden weiter mit Nachdruck, persönlich Verantwortliche zur Rechenschaft zu ziehen. Der nun verklagte Ex-Audi-Manager ist bereits der achte Mitarbeiter des VW-Konzerns, gegen den das US-Justizministerium Strafanzeige gestellt hat.

Bislang sind die Fahnder allerdings nur zwei Angeklagter habhaft geworden. Einer wurde Anfang des Jahres in Florida verhaftet und wartet derzeit in Haft auf den Beginn seines Strafprozesses. Ein weiterer hatte im September 2016 ein Schuldgeständnis abgegeben und einen Kronzeugen-Deal ausgehandelt. Er befindet sich gegen Kaution auf freiem Fuß und erwartet seine Urteilsverkündung.

Die anderen Angeklagten vermutet die US-Justiz in Deutschland, von wo ihnen keine Auslieferung droht. Allerdings könnte sich die Suche nach den Männern, die die US-Behörden strafrechtlich belangen wollen, noch zu einem regelrechten Krimi entwickeln. Erst im Juni berichteten «Süddeutsche Zeitung», NDR und WDR, dass die USA die Angeklagten über die internationale Polizeiorganisation Interpol zur weltweiten Fahndung ausgeschrieben haben.

Ohnehin ist der Skandal, von dem weltweit rund elf Millionen Dieselwagen betroffen waren, für VW und Audi noch lange nicht ausgestanden. Auch in Deutschland laufen strafrechtliche Ermittlungen - die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt wegen des Verdachts auf Betrug gegen fast 40 Beschuldigte. Daneben gibt es in Europa zahlreiche Klagen von Aktionären sowie zivilrechtliche Klagen von Autobesitzern. Bislang sträubt sich der VW-Konzern außerhalb von Nordamerika gegen Entschädigungszahlungen.

DOJ-Mitteilung und Link zur Klageschrift

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erstellt am 07.Jul.2017 | 05:33 Uhr

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