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Serien und Filme : US-Streamingdienst Netflix startet in 130 Ländern

vom
Aus der Onlineredaktion

Unter anderem in Indien können die Menschen Filme jetzt auf Netflix schauen. Doch in einem wichtigen Land gibt es das Angebot noch nicht.

shz.de von
erstellt am 07.Jan.2016 | 10:28 Uhr

Las Vegas | Der Online-Videodienst Netflix ist am Mittwoch auf einen Schlag in 130 weiteren Ländern gestartet. Damit hat der Dienst fast sein Ziel erfüllt, global verfügbar zu sein. Nur in China gebe es Netflix bisher weiterhin nicht, sagte Gründer und Chef Reed Hastings auf der Technik-Messe CES in Las Vegas. Das Unternehmen hoffe aber, mit der Zeit auch dort zu starten. Zu den neuen Netflix-Ländern gehören Indien, Polen, Russland, Nigeria und Aserbaidschan.

Streamingdienste wie Netflix ermöglichen es, Filme und Serien nach persönlichen Vorlieben auszuwählen - und sie dann zu schauen, wann man möchte. Dadurch ändern sich die Sehgewohnheiten und das klassische Fernsehen gerät unter Druck.

Hastings sprach von der Geburtsstunde eines globalen Internet-Fernsehsenders. Netflix biete inzwischen Programme in 21 Sprachen an. Am Mittwoch wurden auch zwei Chinesisch-Varianten hinzugefügt.

China mit seinen politischen Einschränkungen bleibt als Markt aber schwer zu erschließen. Die Lücke füllen lokale Anbieter aus. In Las Vegas sorgte dieses Jahr bereits der Gründer des manchmal als „Netflix Chinas“ bezeichnet Online-Videodienstes Leshi Television, Jia Yueting, für Aufsehen. Er finanzierte die Entwicklung eines bei der CES vorgestellten Super-Sportwagens mit Elektro-Antrieb.

Netflix investiert massiv in die Produktion eigener Serien und Filme, für die der Konzern die Rechte hält und sie deshalb nach Belieben in aller Welt zeigen kann. Für dieses Jahr werden Investitionen von rund fünf Milliarden Dollar für eigene Programme und den Ankauf fremder Inhalte erwartet.

Allein in diesem Jahr sollen 31 Serien sowie zwei Dutzend Filme und Dokumentationen veröffentlicht werden. Netflix engagierte dafür auch Stars wie Adam Sandler oder Angelina Jolie. Die Ausgaben werden zum Teil mit geliehenem Geld finanziert. Hastings hatte zuvor angekündigt, Netflix solle bis Ende 2016 praktisch überall auf der Welt zu sehen sein. Jetzt hieß es, die Krim, Nordkorea und Syrien würden wegen Einschränkungen der US-Regierung weiterhin weiße Flecken auf der Netflix-Landkarte bleiben.

Das Angebot an Filmen und Serien ist nicht in jedem Land das gleiche. Das wiederum macht es für Nutzer interessant, ihre IP zu verschleiern - weil es damit sieht für den Streamingdienst so aussieht, als stehe der Computer im Ausland und die User damit auch auf das ausländische Streamingangebot zugreifen können. Doch es scheint, als wolle Netflix nun vermehrt gegen diese User vorgehen - schließlich muss der Konzern gegenüber der Filmindustrie sicherstellen, das alle Rechte eingehalten werden und das Angebot tatsächlich nur dort zu sehen ist, wo es vertraglich geregelt ist. Der US-Konzern soll entsprechend vermehrt User geblockt haben, die sich über diese IP-Anbieter Zugriff auf das weltweite Netflix-Angebot verschafft haben. Das berichtet unter anderem torrentfreak.com.

Die Netflix-Aktie reagierte auf die Ankündigung mit einem Sprung von mehr als fünf Prozent. Nach dem dritten Quartal vergangenen Jahres hatte der Streaming-Dienst 69 Millionen Kunden weltweit. Jetzt dürfte sich das Wachstum beschleunigen und Netflix könnte mit der breiteren Kundenbasis auch schneller die Investitionen wieder einspielen.

Bisher war Netflix in rund 60 Ländern präsent. Der Deutschland-Start war im Oktober 2014. Die US-Firma, das mit dem Postversand von DVDs anfing, ist einer von mehreren Anbietern, die Filme und Videos aus dem Netz bereitstellen. Ein internationaler Rivale ist Amazon mit seinem Streaming-Angebot, außerdem gibt es lokale Anbieter wie Maxdome oder Watchever in Deutschland.

Viele Twitter-Nutzer freuten sich über die Expansion des Konzerns:

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