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Studie zum EU-Austritt Großbritanniens : Unternehmen fürchten Risiken und hoffen auf Vorteile durch Brexit

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Nach dem Brexit soll Großbritannien keine Sonderbehandlung bekommen, meinen deutsche Großunternehmer mehrheitlich.

shz.de von
erstellt am 16.Mai.2017 | 11:33 Uhr

München | Großbritannien soll nach dem Brexit keine Sonderbehandlung bekommen, so die mehrheitliche Meinung deutscher Großunternehmen in einer Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte, die am Dienstag veröffentlicht wurde.

Demnach sind 49 Prozent der Unternehmer für einen vollständigen Ausschluss des Vereinigten Königreichs aus dem Binnenmarkt, sofern die Briten die vier Grundfreiheiten der EU nicht akzeptieren: Der freie Verkehr von Waren, Dienstleistungen, Personen und Kapital. Wichtig für die Großfirmen ist bei den Verhandlungen rundum den Brexit vor allem die Personenfreizügigkeit - also das Recht von EU-Bürgern, in jedem Mitgliedsland zu leben und zu arbeiten.

Die Verhandlungen zum Brexit sollen am 8. Juni beginnen. Die weitere wirtschafltliche Zusammenarbeit zwischen EU und Großbritannien wird dabei auch eine wichtige Rolle spielen. Den Forderungskatalog zu den Verhandlungen hatte die Europäische Union in Rekordzeit beschlossen.

Gegen Britanniens Zugang zum Binnenmarkt

  • 26 Prozent der Großunternehmer wollen Großbritannien auch dann noch einen weitgehenden Zugang zum Binnenmarkt gewähren, wenn dafür die Personenfreizügigkeit aufgegeben werden muss.
  • 24 Prozent halten einen Freihandelsvertrag für das richtige Verhandlungsziel.

Unternehmer bereiten sich auf den Brexit vor:

  • Mehr als 90 Prozent haben sich mittlerweile auf den Brexit vorbereitet, obwohl Premierministerin Theresa May erst vor wenigen Wochen offiziell den Brexit beantragte. Im Frühjahr 2016 waren es nur 30 Prozent.
  • Die Vorbereitungen auf den EU-Austritt Großbritanniens spielen in den Unternehmen eine wichtige Rolle. 60 Prozent bereiten sich intensiv auf den Brexit vor. Bei 28 Prozent der betroffenen Unternehmen wurde sogar eine Task-Force für den Brexit gebildet. Andere Unternehmen suchen sich externe Beratung.

Sorgen um die Ergebnisse der Brexit-Verhandlungen

  • Mit einer Lösung für die wirtschaftlichen Verbindungen zu Großbritannien innerhalb der zweijährigen Verhandlungszeit rechnen die wenigsten. So erwarten 39 Prozent der Unternehmer, dass es zunächst ein mehrjähriges Übergangsabkommen geben wird.
  • Mit einer Verlängerung der Verhandlungen rechnen 29 Prozent.
  • Jeder Fünfte glaubt, dass die Verhandlungen ganz scheitern werden und es zu einem unkontrollierten Brexit ohne Übergangsregelungen kommt
  • 23 Prozent erwarten das optimistischste Szenario einer engen Zusammenarbeit mit wenigen oder gar keinen Handelsschranken.

Risiken und Chancen des EU-Austritts Großbritanniens

  • Die Risiken überwiegen: Sie erwarten höhere Komplexität und Kosten. 38 Prozent rechnen damit aufgrund von rechtlichen und 32 Prozent aufgrund von steuerrechtlichen Regulierungen.
  • Es gibt auch Chancen: 36 Prozent der Unternehmen setzten auf weniger Konkurrenz auf dem europäischen Markt und 23 Prozent planen Vorleistungen aus Großbritannien zu günstigen Wechselkursen zu beziehen. 

Für die Studie wurden im April 2017 insgesamt 250 deutsche Großunternehmen befragt, die Handelsbeziehungen zu Großbritannien haben. Dazu gehören Exporte (64 Prozent), Niederlassungen (51 Prozent), Importe (41 Prozent), Lieferantenbeziehungen (37 Prozent), Fertigung (31 Prozent) und Finanzierung (24 Prozent).

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