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Wirtschaft

22. Oktober 2017 | 13:06 Uhr

Und wieder ein Skandal

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Jede Affäre kostet Millionen – und Kundenvertrauen

shz.de von
erstellt am 05.Dez.2013 | 00:35 Uhr

1,7 Milliarden Euro – das ist zwar die höchste Geldbuße, die die EU-Kommission jemals als Kartellstrafe verhängt hat. Aber die sechs Finanzinstitute, die diese Strafe zu zahlen haben, können von Glück sagen, dass sie nicht noch höher ausgefallen ist. Dass die Deutsche Bank, die den höchsten Anteil daran trägt, und ihre fünf Wettbewerber schnell dem Vergleich zugestimmt haben, ist aus ihrer Sicht nachvollziehbar.

Doch nach welchen Kriterien dieses Strafgeld verhängt wurde, warum es angesichts der hohen Gewinne, die die insgesamt acht beteiligten Banken daraus gezogen haben, nicht noch höher ausfällt, das hat die EU-Kommission nicht erklärt. Wie künftig der Referenzzinssatz festgelegt wird, ohne dass es zu solchen Manipulationen kommt, auch das ist bisher noch nicht klar. Allerdings ist für die Banken das Zittern mit dieser Strafe nicht vorbei. Sie müssen sich jetzt wohl auch auf zivilrechtliche Verfahren mit Geschädigten einstellen, bei denen wahrscheinlich weitere Zahlungen auf sie zukommen. Vielleicht ist das ein Grund, warum die EU-Kommission nicht noch härter zugelangt hat.

Ob die Banken das aber zum Anlass nehmen, umzukehren und jetzt wirklich den vielbeschworenen Kulturwandel anzugehen, daran darf man angesichts fast täglich auftauchender neuer Skandale doch stark zweifeln.

Wenn die Kunden das Vertrauen weiter verlieren, brauchen sich die Geldhäuser nicht zu beklagen. Damit das wieder wächst, sind einige Jahre Wohlverhalten nötig. Das aber könnte ein frommer Wunsch bleiben.

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