Umweltschützer fordern Gesetz gegen „Kaputtgehdatum“

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16. Dezember 2014, 13:30 Uhr

Der Dachverband der deutschen Natur- und Umweltschutzverbände hat Maßnahmen gegen die absichtliche Beschränkung der Lebensdauer von Produkten gefordert. Die Bundesregierung müsse endlich gegen Hersteller vorgehen, die ihre Waren mit geplanten „Sollbruchstellen“ oder „Kaputtgehdatum“ produzieren, sagte der Generalsekretär des Deutschen Naturschutzrings (DNR), Helmut Röscheisen, gestern in Berlin. Häufig seien es einfach und kostenneutral zu behebende Konstruktionsmängel, die die Lebensdauer eines Gerätes verkürzten.

Um die geplante Obsoleszenz, wie die Funktionsuntüchtigkeit von Geräten auch genannt wird, zu stoppen, fordert der Deutsche Naturschutzring zusammen mit dem Verein „Murks? Nein Danke!“ unter anderem ein Produktverantwortungsgesetz. Nötig seien zudem Kennzeichnungspflichten zur geplanten Gebrauchsdauer, der Reparierbarkeit und der Verfügbarkeit von Ersatzteilen sowie zum durchschnittlichen Zeitpunkt des ersten Schadeneintritts, sagte Röscheisen.

Handmixer, Computer oder Waschmaschinen könnten Umwelt- und Verbraucherschützern zufolge durch einfache Veränderungen beim Zusammenbau haltbarer werden. Sie kritisieren ferner, dass viele Elektrogeräte oder Teile verklebt werden, so dass ein Austausch einzelner Bauteile nicht möglich ist. Zudem sei der Ersatzteilverkauf oft auf wenige Vertragshändler beschränkt, überteuert oder die Ersatzteile seien nach mehr als einem Jahr nicht mehr verfügbar.

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