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Achimgaz in Sibirien : Überraschender Energiedeal zwischen BASF und Gasprom

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

BASF-Tochter Wintershall tauscht Gas- und Speichergeschäft gegen Erdgasfelder von Gazprom.

Moskau | Ein angesichts der Ukraine-Krise zunächst gestopptes Tauschgeschäft zwischen dem weltgrößten Chemiekonzern BASF und dem russischen Rohstoff-Riesen Gazprom kommt überraschend doch zustande. Bei dem komplexen Deal geht es darum, dass die BASF-Tochter Wintershall seine Anteile am Gashandels- und Speichergeschäft komplett an die Russen abgibt. Dazu zählen etwa Beteiligungen am Kasseler Gashandelsunternehmen Wingas, am Wintershall Erdgashandelshaus Berlin (WIEH) sowie an der Speichergesellschaft Astora, die unter anderem Erdgasspeicher in Rehden und Jemgum in Niedersachsen betreibt. Damit kann Gazprom auf rund ein Viertel der deutschen Gasspeicher zugreifen.

Der russische Energieriese steigt darüber hinaus mit 50 Prozent bei der Gas- und Ölförderung von Wintershall in der Nordsee vor den Küsten der Niederlande, Großbritanniens und Dänemarks ein. Im Gegenzug erhält Wintershall etwas mehr als ein Viertel aus den Fördererträgen eines Gasfeldes in Westsibirien. Dort sollen einmal mindestens acht Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr gefördert werden. Der Start der Produktion ist laut BASF für 2018 geplant.

Insgesamt trugen die Aktivitäten, die BASF in den Tausch einbringt, 2014 rund 12,2 Milliarden Euro zum Umsatz bei. Konzernchef Kurt Bock betonte, man konzentriere sich weiter darauf, „in unseren öl- und gasreichen Schwerpunktregionen an der Quelle profitabel zu wachsen“. Gazprom-Chef Alexej Miller nannte das Geschäft einen Meilenstein.

Gestern gaben BASF und Gazprom zudem gemeinsam mit den weiteren Mitgliedern des Nord-Stream-Pipeline-Konsortiums die Anteile an dem Gemeinschaftsunternehmen zum geplanten Ausbau der Ostsee-Gasleitung bekannt. Demnach soll Gazprom 51 Prozent an der neuen Gesellschaft halten. Eon, Shell, der österreichische OMV-Konzern und BASF sollen je 10, der französische Energieversorger Engie 9 Prozent bekommen.Diese Projektgesellschaft ist für den Bau zweier weiterer Pipelines von Russland durch die Ostsee bis nach Deutschland zuständig – das sogenannte Nord-Stream-2-Projekt. Die zwei zusätzlichen Röhren sollen einmal eine Jahreskapazität von 55 Milliarden Kubikmetern Gas haben.

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erstellt am 05.Sep.2015 | 16:34 Uhr

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