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Medienmogul Murdoch gibt auf : Übernahme von Time Warner gescheitert

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Rupert Murdochs Medienkonzern 21st Century Fox hat eine Abfuhr kassiert: Trotz Megaofferte war Wettbewerber Time Warner nicht zu Übernahme-Verhandlungen bereit. Jetzt will Murdoch erstmal auch nicht mehr.

shz.de von
erstellt am 06.Aug.2014 | 10:09 Uhr

New York | Nach Widerstand von Time Warner gibt US-Medienmogul Rupert Murdoch die geplante 80-Milliarden-Dollar-Übernahme des Konkurrenten auf. Ein Zusammenschluss wäre zwar eine einzigartige Chance gewesen, erklärte Murdoch am Dienstag in New York. Doch das Management von Time Warner habe sich Gesprächen verweigert.

Die Börsianer reagierten prompt: Während die Aktie des Kaufkandidaten Time Warner nachbörslich um mehr als 11 Prozent fiel, legte das Papier von Murdochs Konzern 21st Century Fox um annähernd acht Prozent zu. Parallel zur Einstellung der Übernahmebemühungen, kündigte das Unternehmen nun an, in den nächsten zwölf Monaten eigene Aktien über sechs Milliarden Dollar (4,5 Mrd Euro) zurückzukaufen.Vor drei Wochen hatte Murdoch ein Übernahmeinteresse bestätigt, war aber bei Time Warner abgeblitzt. CEO Jeff Bewkes hatte die Offerte über 80 Milliarden Dollar abgelehnt und Zweifel an der Fähigkeit von 21st Century Fox geäußert, mit einem Zusammenschluss dieser Größe umgehen zu können. Am Dienstagabend (Ortszeit) bedankte sich das Management von Time Warner in einer Mitteilung bei den Aktionären für ihre Unterstützung. Nach der Rücknahme des „unerbetenen“ Kaufangebots sehe man sich bestens aufgestellt. Ein Zusammenschluss hätte die Medienbranche auf den Kopf gestellt.

Zum Murdoch-Imperium zählen unter anderem die Fox-Fernsehsender, der Bezahlkanal Sky Deutschland und das Hollywood-Studio 20th Century Fox. Unter dem Dach von Time Warner finden sich der beliebte US-Bezahlsender HBO, der Nachrichtenkanal CNN und das Filmstudio Warner Bros.

Mit einer Übernahme von Time Warner hätte Murdoch sein Lebenswerk eines weltumspannenden Medienkonzerns krönen können. Der 83-Jährige machte in seiner Karriere immer wieder mit großen Deals Schlagzeilen, leistete sich aber auch Flops wie beispielsweise MySpace. Für das soziale Netzwerk, das rasch wieder in der Versenkung verschwand, bezahlte er 580 Millionen Dollar.

Sky Deutschland hat unterdessen im zweiten Quartal erneut kräftig neue Kundschaft geworben. Die Zahl der Abonnenten wuchs zwischen April und Juni unter dem Strich um 82.000 auf nun gut 3,8 Millionen zahlende Nutzer. Das trieb auch den Umsatz des zum Medienreich von Rupert Murdoch gehörenden Bezahlsenders. Die Erlöse kletterten um 14 Prozent auf 428 Millionen Euro.Zumindest vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen schaffte der seit Jahren defizitäre Sender auch wieder den Sprung in die schwarzen Zahlen: dort steht ein Ergebnis von 45 Millionen Euro, das fast um ein Viertel höher liegt als vor einem Jahr. Unter dem Strich reichte es aber wieder nicht: Dort steht ein Verlust von 2,5 Millionen Euro nach gut 1 Million im Vorjahr.

Wann auch unter dem Strich der Sprung in die schwarzen Zahlen klappen wird, wollte Konzernchef Brian Sullivan noch nicht verraten. Der Manager geht aber weiter davon aus, dass die Kundenzahl auch künftig weiter deutlich wachsen wird und damit auch die Einnahmen. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen soll ebenfalls kräftig zulegen. Das zweite Quartal war für den Sender allerdings auch schon gleich das letztes des Geschäftsjahrs. Sky Deutschland stellte jüngst die Bilanzierung um, künftig ist nicht mehr das Kalenderjahr für den Konzern maßgeblich. Das Geschäftsjahr beginnt nun im Juli. Derzeit läuft also bereits das erste Quartal des neuen Jahres.

Für dieses Geschäftsjahr 2014/15 will Sky die Marke von 4 Millionen Kunden knacken, vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen soll der Gewinn zwischen 80 und 100 Millionen liegen. Rechnet man die vergangenen Quartale zum Geschäftsjahr 2013/14 zusammen, hätte zuvor rechnerisch ein Wert von 29 Millionen Euro in den Büchern gestanden.

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