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Transportbranche protestiert auf jeder Rechnung

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Hamburger Verband erhebt Stau-Zuschlag / Logistiker in Schleswig-Holstein wollen Zusatzkosten ausweisen

shz.de von
erstellt am 08.Apr.2014 | 13:04 Uhr

A7-Ausbau, marode Straßen und Brücken, Stau vor dem Elbtunnel und eine Maut für immer mehr Bundesstraßen: Die Logistikbranche in Hamburg und Schleswig-Holstein gerät immer mehr unter Druck. Mit Preisaufschlägen und neuen Abrechnungen melden sie jetzt Protest an. So soll Thomas Rackow zufolge geprüft werden, inwieweit die Spediteure im Norden in Zukunft auf ihren Rechnungen separate „Mautkosten und Staukosten ausweisen“. „Wir wollen das transparent machen“, so der Geschäftsführer des Logistikverbands Schleswig-Holstein. Denn die Belastungen durch Maut auf Autobahnen und künftig noch mehr Bundesstraßen sowie die zu erwartenden Staus durch den A 7-Ausbau bedeuteten steigende Kosten für die Branche – Kosten, die die Spediteure laut Rackow auch an die Kunden weiterreichen.

Die Hamburger Spediteure sind hier Vorbild und gehen bereits einen Schritt weiter. Ab Montag wollen sie in der Hansestadt die „Traffic Surcharge“ einführen – eine Gebühr oder Preisaufschlag für lange Staus und Verkehrsprobleme in der Hansestadt. Der Fachgruppe Containerverkehre der deutschen Seehäfen e.V. (FCDS) zufolge soll die Gebühr bis zu 80 Euro pro Transport betragen. Zur Begründung heißt es, dass durch die Staus „die Produktivität der Lkw im Bereich des Hamburger Nahverkehrs um zirka 30 Prozent gesunken“ sei. Nach Rechnung der FCDS würden Lastwagen bei jeder Berührung des Hamburger Stadtgebietes inzwischen rund 1,5 Stunden Fahrzeit einbüßen.

In Schleswig-Holstein bleibt derweil die Rader Hochbrücke für die Spediteure das Nadelöhr. Für Schwertransporte ist die Brücke auch weiterhin gesperrt – und jede Ausweichroute kostet nicht nur Geld, sondern muss genehmigt werden. Laut Rackow gibt es 44 000 Anträge zur Durchführung von Schwertransporten im Jahr in Schleswig-Holstein. Wann dabei wieder mit der Rader Hochbrücke gerechnet werden kann, ist aber offen. Ende Mai soll ein Statik-Gutachten diese Frage beantworten. Für die Spediteure in Schleswig-Holstein ist damit Warten angesagt. In Hamburg zeigte der Protest unterdessen ersten Erfolge: Die Hamburger Hafengesellschaft HHLA kündigte an, verschiedene Ausbau-Projekte vorzuziehen um die Spediteure zu entlasten.

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