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Wirtschaftsfaktor Fremdenverkehr : Tourismus in SH boomt: Job-Motor fürs Land

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

7,5 Milliarden Euro Umsatz – hohe Wachstumsraten beim Geschäft mit den Urlaubern. Pro Tag gibt ein Urlauber im Land durchschnittlich knapp 106 Euro aus.

shz.de von
erstellt am 23.Okt.2015 | 07:00 Uhr

Schleswig-Holstein wird bei Urlaubern immer beliebter – und das zahlt sich aus: Der Bruttoumsatz der Tourismusbranche hat im Land allein von 2012 bis 2014 um 8,3 Prozent auf 7,5 Milliarden Euro zugelegt. Damit überflügelt er noch das Plus der Übernachtungen – die stiegen im selben Zeitraum um 7,6 Prozent. „Das zeigt, dass wir Tourismus nicht nur für Gäste machen, die sich wohlfühlen sollen – sondern für den Wirtschaftsstandort Schleswig-Holstein“, betont der Vorsitzende des Tourismusverbands, Jörn Klimant.

Zugleich sei die Branche ein „Job-Motor“. 146.000 Beschäftigte im Land leben vom Feriengewerbe. Das geht aus Zahlen hervor, die das Deutsche Wirtschaftswissenschaftliche Institut für Fremdenverkehr (dwif) für das Sparkassen-Tourismusbarometer errechnet hat.

Auch Wirtschaftsminister Reinhard Meyer verweist auf die herausragende Bedeutung des Fremdenverkehrs als Wirtschaftsfaktor. Nach der maritimen Wirtschaft mit einem Brutto-Umsatz von 8,5 Milliarden Euro sei das Geschäft mit den Urlaubern die zweitwichtigste Branche zwischen Nord- und Ostsee.

Zugleich unterstreicht Meyer, dass nicht nur Vermieter von Quartieren und Gastronomen an den Urlaubern verdienen: Bei ihnen bleiben nur knapp die Hälfte (47,8 Prozent) der touristischen Umsätze hängen. 31 Prozent kommen dem Einzelhandel zugute. Weitere 21 Prozent verteilen sich auf das Dienstleistungsgewerbe – von der Auto- und Fahrradwerkstatt bis zum Friseur oder Kultur- und Freizeiteinrichtungen. Pro Tag gibt ein Urlauber im Land durchschnittlich knapp 106 Euro aus.

Auch der Fiskus gewinnt: Das Steueraufkommen der Tourismusbranche lag 2014 bei 714 Millionen Euro. Davon flossen 243 Millionen in die Kassen von Land und Kommunen.

Meyer warnt jedoch eindringlich davor, sich auf den jüngsten Erfolgen auszuruhen. Der positive Trend halte nur an, wenn ein kontinuierlicher Erneuerungs-Prozess hin zu einem Reiseziel für das ganze Jahr gelinge. Angebote mit Qualität seien dafür entscheidend. Das steigert nach Einschätzung von Verbandschef Klimant auch die Bereitschaft der Gäste, mehr auszugeben. Der Wirtschaftsminister registriert ein wachsendes Interesse von Hotel-Investoren: „Der Standort Schleswig-Holstein ist schon sexy für Anbieter.“ Sie bissen aber nur an, wenn ein Ort eine zeitgemäße Infrastruktur vorweisen könne. Ebenso wichtig sei es, die bestehenden kleinen und mittleren Betriebe bei der Modernisierung zu beraten. Die Ganzjahres-Strategie untermauern soll ein schlagkräftigeres Marketing: Meyer kündigt an, dass das Land 2016 erstmals seit Jahren die Zuschüsse für die Tourismusagentur Tash aufstockt: um 200  000 Euro auf 1,7 Millionen Euro.
 

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