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Wirtschaft

16. August 2017 | 19:36 Uhr

Tiroler kauft Alsterhaus

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Berggruen gibt Mehrheit an Luxus- und Sporthäusern an österreichische Investorengruppe ab

Bei den Karstadt-Edelkaufhäusern und Karstadt Sports übernimmt die österreichische Signa-Gruppe die Mehrheit. Künftig hält Investor Nicolas Berggruen noch 24,9 Prozent der Anteile an den Sport- und Luxushäusern, 75,1 Prozent gehen an Signa. Die übrigen 83 Karstadt-Warenhäuser bleiben bei Berggruen. Teil der Transaktion ist eine Geldspritze für die Modernisierung des Kaufhaus-Konzerns: 300 Millionen Euro werden zur Stärkung der Gruppe investiert, teilten Berggruen und Signa mit.

Damit übernimmt das vom Tiroler Geschäftsmann René Benko gegründete Unternehmen Signa die 28 Sporthäuser und die drei Luxushäuser KaDeWe in Berlin, Alsterhaus in Hamburg sowie Oberpollinger in München mehrheitlich. Ende 2012 hatte Signa für mehr als 1,1 Milliarden Euro die Immobilien des KaDeWe und von 16 weitere Kaufhäusern übernommen. Oberpollinger und weitere Karstadt-Immobilien gehören der Signa-Gruppe schon länger. Insgesamt besitzt Signa derzeit 20 Karstadt-Immobilien.

Ein Kaufpreis für die Mehrheitsübernahme bei den Sport-und Luxushäusern sei nicht gezahlt worden, teilte Berggruen mit. Die Investitionen von 300 Millionen Euro sollen in alle Bereiche des Warenhausunternehmens fließen. In einem Brief an die Mitarbeiter, aus dem der „Spiegel“ zitiert, schreibt Berggruen dazu: „Es fließt kein Kaufpreis an meine Holding oder gar mich persönlich.“ Die 300 Millionen Euro seien sein Beitrag zur Gesundung von Karstadt. „Der zweite wesentliche Teil ist der Tarifweg, den das Management derzeit gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern beschreitet“, schreibt Berggruen weiter. Die Kartellbehörden müssen dem Geschäft noch zustimmen.

Berggruen bezeichnete das Geschäft als „klares Bekenntnis zum Geschäftsmodell Warenhaus“. Er glaube nach wie vor an das Konzept von Karstadt und den Sanierungsplan „Karstadt 2015“, zitiert der „Spiegel“ Berggruen. Besonders wichtig sei ihm auch, dass die genannten Veränderungen keine Streichung von Jobs bedeuteten. „Niemand muss sich Sorgen machen. Im Gegenteil. Lassen Sie uns gemeinsam weiter kämpfen!“

In dem Kerngeschäft mit den verbleibenden 83 Warenhäusern sehe er in den nächsten Jahren große Wachstumschancen. Der Geschäftsführer der Signa Holding, Christoph Stadlhuber, bezeichnete das Geschäft als „Meilenstein“ in der Geschichte des Unternehmens.

Handelsexperten und die Gewerkschaft Verdi hatten in der Vergangenheit mit Nachdruck Investitionen in die Modernisierung der Warenhauskette gefordert. Berggruen selbst hatte vor einigen Monaten eingeräumt, die Probleme bei der Übernahme des Warenhausunternehmens unterschätzt zu haben.

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