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Autonomes Fahren : Teslas Model S wird zum Selbstfahrer per Online-Download

vom

Elektroautos sollen Spaß machen. Tesla sorgt für mehr Spaß per Software-Update.

shz.de von
erstellt am 15.Okt.2015 | 11:54 Uhr

Staunend betrachten wir Versuche, wie Google Autos autonom fahren lässt. Daimler testet Lkw mit Autopilot seit Anfang Oktober in einem Feldversuch auf der A8. Doch für Privatfahrer ist das ferne Zukunftsmusik - es sei denn, sie sind stolze Besitzer eines Tesla Model S. Das Elektroauto des US-Herstellers bekommt per Internet ein Software-Update. Anschließend kann, in manchen Situationen, das Auto selbständig fahren.

Tesla gilt als Elektroauto-Pionier. Während die großen Hersteller sich schwer taten mit Fahrzeugen jenseits vom Verbrennungsmotor, legte legten die Tesla-Gründer 2003 im Silicon Valley einfach los. Inzwischen gibt es strategische Partnerschaften mit Daimler und Toyota, Daimler war zwischenzeitlich auch Anteilseigner.

Tesla-Chef Elon Musk sagte in einer Pressekonferenz am Mittwoch, die neue Software komme nächste Woche. In den Fahrzeugen lädt und installiert sich das Programm automatisch über das Internet. Das gilt zumindest für Nordamerika. In Europa und Asien stehen noch Genehmigungen von Behörden aus. Tusk sagte, er rechne damit, dass diese innerhalb einer Woche vorliegen.

Tesla-Chef Elon Musk.
Tesla-Chef Elon Musk. Foto: Imago/Belga
 

Es geht um 60.000 Autos.  Allerdings funktionieren die Autopilot-Funktionen nur bei Fahrzeugen, die seit September 2014 verkauft wurden. Nur diese verfügen über die nötige Hardware-Ausstattung wie Ultraschallsensor, Frontkamera, Radar und GPS-Navigation. Der Grundpreis für einen Model S beträgt in Deutschland mehr als 76.000 Euro. Das Auto hat mit Allradantrieb und in der kleinsten Motorvariante mit 332 PS eine Höchstgeschwindigkeit von 225 Stundenkilometern. Die theoretische Reichweite liegt bei 442 Kilometern.

Musk betonte, dass die Neuerungen in einer Beta-Phase seien und riet dazu, die Hände dennoch am Lenkrad zu lassen: „Es ist wichtig, in diesem frühen Stadium besonders vorsichtig zu sein. Langfristig werden wir keine Hände am Steuer mehr brauchen - und vielleicht auch kein Lenkrad mehr und keine Pedale.“

Das kann das Tesla Model S nach dem Update:

Das Auto hält automatisch den Abstand zum vorderen Fahrzeug. Das ist bereits eine gängige Funktion unter Bezeichnungen wie adaptiver Tempomat. Der Tesla hält aber auch die Spur. Das funkioniert zwischen 30 und 140 Stundenkilometern, aber nur, wenn die Kurven nicht allzu eng sind und es klare Fahrbahnmarkierungen gibt. Die Hände solten am Steuer bleiben, wenn die Software ins Schlingern gerät, wird der Fahrer gewarnt, aktiv einzugreifen.

Das Auto wechselt automatisch die Spur, sobald der Blinker betätigt wird. Aber auch hier sollte der Fahrer aufmerksam sein und notfalls eingreifen. Denn die Software erkennt nicht, wenn auf der Spur, auf die man wechseln will, ein schnelles Auto von hinten kommt.

Das Auto parkt automatisch ein. Das funktioniert aber nur, wenn ein Borstein vorhanden ist, an dem sich die Software orientieren kann.

Das Auto warnt vor Seitenkollisionen. Droht beim Spurwechsel ein Zusammenstoß, wächst der Widerstand im Lenkrad. Bei hoher Wahrscheinlichkeit eines Zusammenstoßes lenkt das Auto aktiv von der Gefahr weg.

Fazit:

Keine der Funktionen ist alleine betrachtet neu, die Kombination erinnert jedoch schon fast an autonomes Fahren. Das „fast“ betont auch Musk. Es braucht weiter einen Fahrer. Nur auf langen, gut markierten Strecken bei gutem Wetter, kann man das Fahrten dem Auto selbst überlassen. Musk geht es vor allem darum, den Fun-Faktor zu erhöhen. Tesla setzt darauf, Elektroautos zum Durchbruch zu verhelfen, indem er sich technisch aufregend macht. Das Software-Update ist ein weiterer Schritt dazu.

 

 

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