zur Navigation springen

Zusammenschluss im Einzelhandel : Tengelmann will schnell über Edeka einkaufen

vom

Das Bundeskartellamt hat den gemeinsamen Einkauf untersagt. Tengelmann geht dagegen vor.

Düsseldorf | Die Supermarktkette Kaiser's Tengelmann will nach der Ministererlaubnis für den Zusammenschluss mit Edeka möglichst schnell ihre Einkäufe über den Handelsriesen abwickeln. In einem Eilantrag beantragte das Unternehmen vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf die Aufhebung des vom Bundeskartellamt verhängten Vollzugsverbots für einen gemeinsamen Einkauf, wie ein Gerichtssprecher am Freitag bestätigte. Zuerst hatte die „Lebensmittel Zeitung“ darüber berichtet.

Das Bundeskartellamt wollte den Zusammenschluss von Tengelmann und Edeka nicht genehmigen. Die Wettbewerbshüter fürchteten dadurch weitere Einschränkungen auf dem deutschen Lebensmittelmarkt. Per Ministererlaubnis hebelte Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) das Verbot aus.

Hat Tengelmann mit dem Eilantrag Erfolg, so könnte die Kette der drohenden langwierigen juristischen Auseinandersetzung um die Ministererlaubnis etwas gelassener entgegensehen. Denn der Bezug der Ware über Edeka könnte Kaiser's Tengelmann zu deutlich wettbewerbsfähigeren Einkaufskonditionen verhelfen und damit die Situation des rote Zahlen schreibenden Unternehmens erleichtern.

Kaiser's Tengelmann wollte bereits 2014 seine Einkäufe bei Edeka bündeln. Dies war jedoch vom Bundeskartellamt untersagt worden, um eine Vorwegnahme des Zusammenschlusses zu vermeiden.

Die Konkurrenten Rewe und Markant haben vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht Beschwerde gegen die Ministererlaubnis für den Zusammenschluss eingereicht. Die juristische Auseinandersetzung darüber könnte den Zusammenschluss unter Umständen geraume Zeit verzögern.

zur Startseite

von
erstellt am 08.Apr.2016 | 13:32 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen