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Teilzeit stoppt Frauen-Karriere

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Hamburger Wirtschaftsexpertin: Mütter verlieren durch zu lange Babypausen den beruflichen Anschluss

shz.de von
erstellt am 15.Jan.2014 | 13:43 Uhr

Mary Barra am Steuer bei General Motors, Yahoo-Chefin Marissa Mayer und Janet Yellen als neue oberste Währungshüterin bei der US-Notenbank Fed: Blickt man über den Atlantik, sieht es gar nicht so schlecht aus für Frauen in Führungspositionen. Anders hierzulande: Bei Deutschlands Top-Konzernen sucht man vergeblich eine Vorstandschefin. Die Chefetagen der deutschen Top-Unternehmen bleiben offensichtlich fest in Männerhand. Die jüngste Statistik zeigt, dass Managerinnen nur allmählich ganz nach oben kommen.

Und daran sind die Mütter meist selbst Schuld, sagt die Forschungsdirektorin am Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut, Christina Boll (Foto). Mütter in Deutschland machen nach ihrer Meinung eine zu lange Babypause. Damit behinderten sie ihre Karriere und zementierten ihre Lohnlücke zu den männlichen Kollegen. Im Vergleich zu Frauen in anderen europäischen Ländern arbeiteten Mütter in Deutschland oft noch Teilzeit, wenn ihre Kinder bereits weiterführende Schulen besuchten, sagte die promovierte Volkswirtin vor Beginn des gestrigen Neujahrsempfangs der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Lübeck, wo sie später mit weiteren Teilnehmerinnen der Veranstaltung über Herausforderungen und Chancen von Frauen als Führungskräfte diskutierte.

Boll weiter: „Das liegt nicht nur an den fehlenden Betreuungseinrichtungen, sondern auch an den Frauen selbst. Gerade bei Akademikerinnen ist das bürgerliche Ideal von der Frau, die es nicht nötig hat zu arbeiten, erstaunlich weit verbreitet“. Anders als in Skandinavien verließen sich in Deutschland noch immer viele Mütter auf den Partner als Ernährer. „Sie geben sich mit geringeren Gehältern zufrieden und bedenken nicht, dass diese Lücke durch Teilzeitjobs immer größer wird“, sagte Boll.

„Als meine Kinder klein waren, habe ich viel abends und am Wochenende gearbeitet. Auch das ist in Skandinavien bei Eltern in Führungspositionen durchaus üblich“, sagte sie. Boll hat drei Kinder im Alter von 9, 13 und 15 Jahren.

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