Taxistreik lähmt Hamburg

Der europaweite Taxistreik traf auch die Hamburger Innenstadt.
Der europaweite Taxistreik traf auch die Hamburger Innenstadt.

Europas Personenbeförderer fürchten Konkurrenz durch App-Betreiber, die Billig-Mifahrgelegenheiten bieten

shz.de von
11. Juni 2014, 13:49 Uhr

Mit etwa 300 Taxis haben die Fahrer in Hamburg gestern gegen neue Konkurrenz aus dem Internet demonstriert. In einem Autokorso bewegten sie sich durch die Innenstadt. Die Hamburger Taxifahrer wollten damit die internationalen Kundgebungen in mehreren europäischen Großstädten wie London, Paris, Madrid, Barcelona und Berlin unterstützen, sagte Christian Brüggmann, Vorstand der Taxen-Union Hamburg Hansa. Sie sind zur Zeit von dem Problem nicht direkt betroffen, befürchten aber eine Verschärfung des Wettbewerbs durch unfaire Konkurrenz. Der Limousinenservice Uber hat seine Expansion nach Hamburg angekündigt. Den Betreibern der App Wundercar wurde der Personentransport verboten; sie wollen aber mit einem modifizierten Modell wieder antreten. In Hamburg gibt es rund 3300 Taxis. Die Fahrer sind derzeit in fünf Verbänden organisiert.

Die Taxifahrer dagegen wollen nicht hinnehmen, dass über Internet-Apps illegale Fahrdienste in Anspruch genommen werden können. „Firmen wie Wundercar oder Uber vermitteln im Netz die Dienste von Fahrern, die ohne Ausbildung, Versicherungen, Sozialabgaben und Gewerbeanmeldung für Trinkgeld fahren“, sagte Brüggmann. Damit werde die Branche wieder mit Problemen wie Schwarzarbeit und Steuerhinterziehung konfrontiert, die eigentlich überwunden seien.

Kontrollen solcher neuer Taxi-Apps liegen nach Angaben von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) in der Hand der Länder. Die Länder müssten dafür sorgen, dass die gesetzlichen Vorgaben eingehalten würden.

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