Nach drei Wochen Kita-Streik : Tag der Entscheidung: Weitere Tarifverhandlung im Kita-Konflikt

Am Mittwoch könnte in den zähen Tarifverhandlungen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern ein Ergebnis erzielt werden. Die Streiks gehen aber weiter.

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03. Juni 2015, 10:47 Uhr

Berlin | Auch nach tagelangen zähen Tarifverhandlungen ist ein Ende der Kita-Streiks noch nicht sicher. Der Vorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Frank Bsirske, sagte am Mittwochmorgen in Berlin: „Der heutige Tag wird letztlich entscheidend sein.“ Für eine Lösung müssten beide Seiten weiter aufeinander zugehen. „Ob das gelingt, ist nach dem bisherigen Verlauf nicht sicher.“ Der Präsident des kommunalen Arbeitgeberverbands VKA, Thomas Böhle, zeigte sich zuversichtlicher: „Ich gehe davon aus, dass wir ein Ergebnis erzielen werden.“ Dies solle noch am Mittwoch geschehen.

Die Gewerkschaften fordern eine höhere Eingruppierung der bundesweit rund 240.000 Erzieher und Sozialarbeiter. Das würde laut Verdi zu Einkommensverbesserungen von im Schnitt zehn Prozent führen. Das Angebot der Arbeitgeber sieht nach Darstellung von VKA-Präsident Thomas Böhle Verbesserungen für rund die Hälfte der Beschäftigten vor: Erzieher mit besonderen Aufgaben bekämen demnach bis zu 443 Euro mehr im Monat, Leiter von Kitas 448 Euro.


Die Verhandlungen für die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst waren am Montag nach drei Wochen Streik fortgesetzt worden. Die Streiks gehen aber vorerst weiter und sollen frühestens Anfang kommender Woche beendet werden. Die Gewerkschaften fordern eine bessere Bezahlung für alle, im Schnitt soll es zehn Prozent mehr geben. Die VKA bot Verbesserungen für einzelne Beschäftigtengruppen.

VKA-Präsident Böhle sagte: „Wir sind auf der Zielgeraden, das heißt, das Ziel ist in Sichtweite.“ Es seien aber noch einige Anstrengungen nötig. Verdi-Chef Bsirske meinte: „Wir haben nach wie vor eine Situation, wo nicht alle Gruppen in die Aufwertung einbezogen werden sollen, was für uns ein No Go ist.“ Das bedeutet, es würde nicht für alle Betroffenen mehr Geld geben - was Verdi aber unbedingt möchte.

Für Sozialarbeiter hatten die Arbeitgeber am Morgen weiterhin keine Erhöhungen vorgesehen, die auch nur annähernd den Vorstellungen der Gewerkschaften entsprochen hätten. Die Delegationen der beteiligten Organisationen berieten am Vormittag die meiste Zeit über getrennt, aber auch die Spitzenrunde von jeweils sechs Verhandlern trat zwischendurch zusammen. Böhle sprach am Morgen noch davon, dass er „in ungefähr sechs bis acht Stunden“ auf ein Ergebnis hoffe. Bsirske sagte hingegen: „Es kann in der Tat spät werden.“  Böhle sagte: „Wenn wir ein Ergebnis erzielen, halte ich es für relativ logisch, dass nicht mehr gestreikt wird.“ Für Donnerstag sind 350 Streikdelegierte von Verdi in Frankfurt/Main eingeladen. Bsirske will die Delegierten informieren, so dass diese über den Verhandlungsstand und den Streik beraten können. 

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