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Dänisches Kreditinstitut : Sydbank ermöglichte Deutschen jahrelang Steuerbetrug

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Bis 2011 hat es die Sydbank reichen Deutschen ermöglicht, über die Schweiz den Fiskus zu umgehen.

Die dänische Sydbank soll reichen Deutschen mit Hilfe ihrer damaligen Filiale in der Schweiz jahrelang geholfen haben, die deutschen Steuerbehörden zu betrügen. Das meldet „Jyllands Posten“. Sydbank-Direktorin Karen Frøsig bestätigte den Bericht, unterstrich jedoch, dass diese Steuerpraxis 2011 beendet worden sei, als die Abteilung in der Schweiz geschlossen wurde.

Nach den „Panama Papers“, in denen auch die Nordea-Bank genannt wurde, kommt durch die Enthüllungen von „Jyllands Posten“ ein weiterer Fall von Steuerverschleierung durch ein dänisches Kreditinstitut ans Licht. Im Fall „Sydbank“ soll es sich um Deutsche handeln, die sich an der Steuer vorbeimogelten.

Nach Angaben von Jyllands Posten sind die Aktiviäten durch die Sydbank-Firma „Private Banking International (PBI)“ erfolgt, die ihren Sitz auf Torvet in Gravenstein in einem früheren Hotel hatte, das die Sydbank 1987 erwarb.

Von hier aus wurde die Geheimaktion geleitet, die deutschen Steuerzahlern via Schweiz die Möglichkeit bot, deutsche Steuern zu umgehen. Angeblich nur in den Jahren 2003 bis 2011. Die Tochtergesellschaft Sydbank (Schweiz) AG mit Sitz in St. Gallen wurde Anfang 2003 zur Durchführung ausländischer Private-Banking-Aktivitäten gegründet. Ende 2011 wurden diese Aktivitäten an die Sydbank Deutschland in Flensburg übertragen.

Während die Sydbank nun ins Blickfeld der Steuerfahnder gerät, will der Steuerausschuss des Folketings heute darüber entscheiden, ob angesichts der Panama-Papiere eine Steuer-Amnestie für Steuersünder eingeführt werden soll, die bisher nicht ihre in Dänemark fälligen Steuern bezahlt haben.

Laut Niels Johannsen von der Uni Kopenhagen sind global rund sechs Billionen Dollar in Steueroasen vor dem Fiskus versteckt. Diese Schätzung, so der Experte bei der Steueranhörung am Mittwoch im dänischen Parlament, basiere auf einer validen Berechnungsmethode. Trotz gegenteiliger Versicherungen seitens der dänischen Banken, dass man stärker kontrolliere, deute nichts darauf hin, dass diese Summe kleiner geworden sei.

Der Experte schätzt, dass Dänen anteilsmäßig bis zu 150 Milliarden Kronen in Steueroasen versteckt halten. Johannsen denkt aber, dass das Problem mit der Zeit kleiner werden wird, wenn die internationalen Kontrollregeln zum Zuge kommen.

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erstellt am 13.Apr.2016 | 13:57 Uhr

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