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Wirtschaft

18. August 2017 | 00:16 Uhr

Strom wird billiger

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ökostrom-Umlage wird 2015 wohl von 6,24 auf 5,86 Cent pro Kilowattstunde nachgeben

Die deutschen Verbraucher können nach den Preissprüngen der letzten Jahre auf einen leichten Rückgang der Stromkosten hoffen. Die Ökostrom-Umlage wird aller Voraussicht nach erstmals sinken. Grund ist ein Milliardenüberschuss auf dem Umlage-Konto. Das Plus stieg bis Anfang September auf 1,506 Milliarden Euro, trotz hoher Ausgaben für Solar- und Windstrom. Da die Umlage für das nächste Jahr auf Basis des Kontostands Ende September berechnet wird, gilt ein Sinken der Umlage als sicher.

In diesem Jahr fielen bisher rund 14,7 Milliarden Euro Förderkosten an. Die Umlage für 2015 wird am 15. Oktober von den für die Verwaltung des Kontos zuständigen Übertragungsnetzbetreibern bekanntgegeben. Verbraucher und Wirtschaft zahlen die Umlage über den Strompreis.

Diesen Einnahmen stehen die Milliardenausgaben für die Vergütung des produzierten Ökostroms gegenüber – Betreiber von Biogas-, Solar- und Windkraftanlagen erhalten auf 20 Jahre garantiert feste Vergütungen. Vor einem Jahr war das Konto Anfang September noch 2,3 Milliarden Euro im Minus, es sind also nun 3,8 Milliarden Euro mehr auf dem Konto.


Das Umlagekonto ist mit 1,5 Milliarden im Plus


Es sei nicht die Frage, ob die Umlage sinke, sondern wie stark, berichtete auch die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ unter Berufung auf Kreise der zuständigen Netzbetreiber. Seit 2010 ist die Umlage von zwei Cent auf netto 6,24 Cent je Kilowattstunde in diesem Jahr geklettert. Mit der im August in Kraft getretenen Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), die Förderkürzungen vorsieht, hat die Entwicklung noch nichts zu tun – die Auswirkungen werden erst bei der Umlage 2016 sichtbar werden. Das aktuelle Plus hängt damit zusammen, dass nach dem Anstieg der Vorjahre ein Puffer eingebaut worden ist. Das Öko-Institut und die Denkfabrik Agora Energiewende errechneten bereits im Mai, dass die Förderabgabe sinken könnte. Jetzt sprach Agora von 5,86 Cent.

Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer bezeichnete dies als gute Nachricht. Das Plus hänge aber damit zusammen, „dass vor der Bundestagswahl 2013 die Umlage aus politischen Gründen zu hoch angesetzt worden war“. Die EEG-Reform berge das Risiko einer wieder steigenden Umlage, weil Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) die Industrieausnahmen bei der Förderung ausgeweitet statt eingedämmt habe. Der Milliarden-Überschuss auf dem EEG-Konto müsse von den Versorgern jetzt an den Verbraucher zurückgegeben werden.

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erstellt am 05.Sep.2014 | 14:21 Uhr

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