Recherchen von „Team Wallraff“ : Streit bei Burger King: Yi-Ko meldet Insolvenz an

Was wird aus den 89 geschlossenen Burger-King-Filialen? Die rund 3000 Beschäftigten warten auf ihre Löhne.

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10. Dezember 2014, 16:42 Uhr

Die Burger King GmbH des umstrittenen Franchisenehmers Yi-Ko hat Insolvenzantrag gestellt. Der Antrag ging am Mittwoch beim Amtsgericht Stade ein. Das Unternehmen sei nach eigenen Angaben überschuldet, sagte der Direktor des Amtsgerichts. Die rund 3000 Beschäftigten stehen vor einer ungewissen Zukunft - und warten auf ihre Löhne.

Am Mittwoch waren die Verhandlungen zwischen Burger King und dem umstrittenen Franchiser Yi-Ko gescheitert. Die Fast-Food-Kette teilte am Mittwoch in München mit, dass es bisher keine Lösung für die 89 geschlossenen Schnellrestaurants gibt. „Wir bedauern - vor allem mit Blick auf die Mitarbeiter - dass die Verhandlungen bislang noch zu keinem Ergebnis geführt haben“, sagte ein Burger-King-Sprecher.

Die Fast-Food-Kette hatte ihrem größten deutschen Franchisenehmer Yi-Ko im November fristlos gekündigt und den Schritt auch mit Vertragsverstößen begründet. Weil Burger King Yi-Ko die Nutzung von Marke und Firmenlogo verbieten ließ und die Filialen auch nicht mehr belieferte, mussten sie schon bald schließen.

In den vergangenen Tagen hatte sich während eines Verhandlungsmarathons zeitweise eine Einigung abgezeichnet. So sagten die Parteien eine ursprünglich für Montag angesetzte Gerichtsverhandlung ab, offenbar, um die Gespräche nicht zu belasten.

In der Kürze der Zeit und mangels ausreichender Informationen sei es aber nicht möglich gewesen, „die potenziellen Risiken in der ehemaligen Yi-Ko abzuschätzen“, erklärte der Burger-King-Sprecher. Man werde weiter versuchen, eine Lösung für die rasche Wiedereröffnung der Restaurants und die Sicherung der rund 3000 Arbeitsplätze zu finden.

Alleineigentümer von Yi-Ko ist nach einem Gesellschafterwechsel der Russe Alexander Kolobov. Dem Vernehmen nach war bei den Verhandlungen im Gespräch, dass er seine Anteile verkauft und neue Investoren die Schnellrestaurants weiterführen. Dass sich die Fast-Food-Kette nun doch noch mit Kolobov einig wird, gilt als unwahrscheinlich.

Die Anwaltskanzlei, die den Franchiser vertritt, war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Nach dem Scheitern der Gespräche dürfte die Lage für das Unternehmen aber kritisch sein, wie auch die „Süddeutsche Zeitung“ online berichtete. So sind dem Vernehmen nach in diesen Tagen weitere Lohn- und Gehaltszahlungen bei Yi-Ko fällig.

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat besorgt auf das Scheitern der Verhandlungen zwischen Burger King und dem Franchisenehmer Yi-Ko reagiert. „Das ist natürlich erstmal ein herber Rückschlag“, sagte Gastronomie-Experte Guido Zeitler von der NGG der Deutschen Presse-Agentur dpa am Mittwoch in München. Bis zuletzt habe es die Hoffnung gegeben, dass sich die beiden Parteien doch noch einig werden.

Nach einem Verhandlungsmarathon in den vergangenen Tagen hatte Burger King zuvor bekanntgegeben, dass es keine Lösung für die 89 geschlossenen Filialen des Franchise-Unternehmens gibt. Die Fast-Food-Kette hatte Yi-Ko im November mit Verweis auf Vertragsverstöße fristlos gekündigt, wenig später mussten die Schnellrestaurants schließen.

Die Lage von Yi-Ko gilt als kritisch, auch weil in diesen Tagen weitere Lohn- und Gehaltszahlungen an die Mitarbeiter der Schnellrestaurants fällig sind. Bis zum Vortag seien diese Gelder nicht eingegangen, sagte Zeitler. Man merke, dass die 3000 betroffenen Beschäftigten unter einem enormen Druck stünden und die Stimmung mittlerweile aggressiver werde. Das habe sich auch bei einer Mitarbeiterversammlung am Vortag in Dortmund gezeigt.

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