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Piloten und Lokführer : Streik: Bewegung bei Lufthansa, Ruhe bei der Bahn

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Hoffnungsschimmer für Lufthansa-Passagiere, Atempause für Bahnreisende: Bei den Streiks in Deutschland zeichnet sich fürs Erste Entspannung ab.

Lufthansa-Passagiere können hoffen: Nach acht Streikwellen der Piloten wollen sich die Tarifparteien wieder an einen Tisch setzen. Nach Angaben der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) wurden bereits Termine vereinbart. Wann und wo sich Vertreter von Lufthansa und der Gewerkschaft treffen wollen, sagte der VC-Sprecher am Freitag nicht. Auch im Tarifstreit der Lokführer herrscht vorerst Ruhe an der Streikfront. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) will bis einschließlich Montag (27. Oktober) nicht streiken, wie ein GDL-Sprecher klarstellte.

Die Lufthansa hatte nach Angaben eines Unternehmenssprechers die Pilotengewerkschaft während der achten Streikwelle Anfang der Woche eingeladen, über offene Themen zu diskutieren. VC habe Gespräche über den Vergütungstarifvertrag der Piloten vorgeschlagen. „Wir begrüßen das“, sagte der Lufthansa-Sprecher. Nach Angaben des Gewerkschaftssprecher soll über diverse Themen gesprochen werden. Der aktuelle Konflikt dreht sich um den Vorruhestand der Flugkapitäne. „Entscheidend ist aber, dass wir überhaupt wieder ins Gespräch kommen, egal über welches Thema“, sagte der VC-Sprecher. Man bleibe streikbereit, hoffe aber auf konstruktive Gespräche.

Insgesamt gebe es derzeit 15 Baustellen. Im Konflikt um die Übergangsversorgung der Piloten mussten Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings seit April insgesamt rund 5900 Flüge wegen Streiks der Flugkapitäne streichen. Davon waren nach Angaben der Fluggesellschaft etwa 660.000 Passagiere betroffen. Die achte Streikwelle war nach 35 Stunden in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch zu Ende gegangen.

Die Lokführer-Gewerkschaft GDL hatte nach dem jüngsten zweitägigen Ausstand am vergangenen Wochenende eine siebentägige Streikpause angekündigt. Zu möglichen Gesprächskontakten hielten sich beide Seiten am Freitag bedeckt. Eine Bahnsprecherin wiederholte lediglich, der Konzern sei zu Gesprächen grundsätzlich bereit. Der GDL-Sprecher sagte, einen Verhandlungstermin gebe es noch nicht. In dem Konflikt pocht die GDL darauf, nicht nur für Lokführer, sondern auch für Zugbegleiter und andere Berufsgruppen Tarifverträge auszuhandeln. Für sie war bislang ausschließlich die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) zuständig. Der Tarifvertrag, der diese Abgrenzung regelte, lief im Juni aus.

Die Mehrheit der Bundesbürger hat laut ZDF-Politbarometer kein Verständnis für die Ausstände. Demnach sind 57 Prozent mit den Streiks der Lokführer und 72 Prozent mit den Arbeitsniederlegungen der Piloten nicht einverstanden. Allgemein sind 59 Prozent der Ansicht, dass es gesetzliche Einschränkungen geben sollte, damit Gewerkschaften, die nur einen kleinen Teil der Beschäftigen eines Unternehmens vertreten, nicht das gesamte Unternehmen lahmlegen können.

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erstellt am 24.Okt.2014 | 15:53 Uhr

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