72 Projekte : Straßenbau-Milliarden: Der Süden kriegt am meisten

Das teuerste Projekt ist zwar der A7-Ausbau in SH, insgesamt bekommen Bayern und Baden-Württemberg aber am meisten Unterstützung von Dobrindt (CSU).

shz.de von
20. Juli 2015, 14:43 Uhr

Berlin | Das milliardenschwere Programm der Bundesregierung zur Sanierung maroder Straßen und Brücken kommt bundesweit 72 Projekten zugute. Der größte Posten der insgesamt knapp 2,7 Milliarden Euro geht nach Bayern (621 Millionen Euro), gefolgt von Baden-Württemberg (537 Mio Euro) und Hessen (390 Mio Euro). Das geht aus einer Projektliste vor, die Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) am Montag den betroffenen Wahlkreisabgeordneten der Koalition vorstellte und die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Teuerstes Einzelprojekt ist der achtstreifige Ausbau der Autobahn 7 zwischen Hamburg-Stellingen und Hamburg-Nordwest für 181 Millionen Euro. 482 Millionen Euro sind für Modernisierungen vorgesehen.

Nach SH fließen 70 Millionen Euro: Damit soll Lärmschutz entstehen: An der A1 zwischen Bad Schwartau und Sereetz und an der A215 am Autobahnkreuz Kiel-West.

Folgende Großprojekte stehen fest:

A7 zwischen Hamburg-Stellingen und Hamburg-Nordwest achtstreifiger Ausbau für 181,1 Millionen Euro
A99 zwischen München-Nord und Aschheim achtstreifiger Ausbau für 60 Millionen Euro
A61 in Rheinland-Pfalz zwischen Rheinböllen und Hunsrück sechsstreifiger Ausbau und Modernisierung für 51 Millionen Euro
B6n in Sachsen-Anhalt zwischen Köthen und der Autobahn 9 Verbindungsstraße für 44 Millionen Euro

Die Grünen haben das milliardenschwere Programm als „PR-Aktion“ kritisiert. „Alexander Dobrindt will Milliarden in die Autobahnen stecken, verschweigt aber, wo das Geld herkommen soll, und ob es überhaupt zusätzliches Geld ist“, sagte Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter der „Passauer Neuen Presse“. Noch immer wolle der Minister neue Strecken bauen, statt sich auf Erhalt und Sanierung zu konzentrieren. „Dobrindt will mit dieser PR-Aktion von seinem Maut-Debakel ablenken“, sagte Hofreiter.

Noch immer will Mautminister Dobrindt lieber neue Strecken bauen, als sich auf die Sanierung der Straßen zu konzentrieren. Erhalt muss vor Neubau gehen! #Infrastruktur

Posted by Anton Hofreiter on  Montag, 20. Juli 2015

Der sh:z führte ein Interview mit Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt und Unternehmensverbandspräsident Uli Wachholtz. Hier können Sie es nachlesen.

Mehr zum Ausbau der A7 unter shz.de/a7

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