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Schoko-Streit vor Gericht : Stiftung Warentest verliert wieder gegen Ritter Sport

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Niederlage vor Gericht: Die Stiftung Warentest darf weiterhin nicht behaupten, dass die Nuss-Schokolade von Ritter Sport ein künstliches Aroma enthält.

München | Die Stiftung Warentest ist im Streit mit dem Schokoladen-Hersteller Ritter Sport um die Zutaten einer Nuss-Schokolade endgültig gescheitert. Das Oberlandesgericht München wies die Berufung der Stiftung Warentest gegen eine frühere Entscheidung des Landegerichts am Dienstag zurück. Damit darf die Stiftung Warentest dem Hersteller in ihrem Schokoladentest weiterhin keine irreführende Kennzeichnung eines Vanillearomas vorwerfen.

In dem Test von Vollmilch-Nuss-Schokoladen hatten die Prüfer der Ritter Sport-Tafel die Note fünf gegeben, weil die Schokolade das Aroma Piperonal enthalte, das künstlich hergestellt worden sei. Ritter Sport hatte dies zurückgewiesen und eine einstweilige Verfügung gegen die Behauptung erwirkt. Diese hat nach der gescheiterten Berufung weiter Bestand. Eine Revision ist nicht möglich.

Unternehmenschef Alfred Ritter hatte die schlechte Bewertung der Stiftung Warentest als „Anschlag“ bezeichnet. Ritter Sport habe durch das negative Testurteil „ganz klar einen Imageschaden“ erlitten, sagte Ritter dem „Handelsblatt“ vor ein paar Monaten. Wäre der Schokoladenhersteller nicht vor Gericht gezogen, hätte das Unternehmen ihm zufolge dichtmachen müssen. „Hätte sich die Stiftung Warentest durchgesetzt, wäre das unser Ende gewesen“, sagte er dem Blatt.

Ritter Sport versicherte dem Landgericht, dass es sich bei Piperonal um ein natürliches Aroma handelt und sich dabei auf eine Garantieerklärung des Aromenherstellers Symrise berufen. Die Firma aus dem niedersächsischen Holzminden, die einen Milliardenumsatz mit Aromastoffen macht, legte vor Gericht eine eidesstattliche Versicherung ab, dass das Aroma natürlichen Ursprungs sei.

Piperonal kommt nach Angaben von Ritter Sport unter anderem in Blütenölen und Pflanzen wie Pfeffer oder Dill vor. Ritter Sport setzt es in Minimengen in allen Schokoladen ein. „Das Aroma rundet den Geschmack der Schokolade ab“, sagte ein Sprecher. Gegenstand des Schokoladen-Tests war aber nur die Voll-Nuss-Schokolade, die für Ritter Sport die meistverkaufte Schokotafel ist. „Die Stiftung Warentest hat offensichtlich leichtfertig ein falsches Testresultat publiziert und damit massive negative Konsequenzen für Ritter Sport ausgelöst“, kritisierte das Unternehmen, das seit Jahren damit wirbt, ausschließlich natürliche Aromen zu verwenden. Einige andere Schokoladen-Hersteller verwenden stattdessen das künstliche Aroma Vanillin.

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erstellt am 09.Sep.2014 | 12:20 Uhr

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