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Deutscher Start-up-Monitor 2015 : Start-ups: Erfolgreiche Gründer in SH

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Start-up-Unternehmen geben der schleswig-holsteinischen Politik ein „ausreichend“ als Note. Jungunternehmen sind Job-Motoren für das Land.

Vor vier Jahren begann das Lübecker Unternehmen Gestigon mit einem Mitarbeiter, inzwischen sind bei dem Hersteller von Gestensteuersoftware 24 Leute beschäftigt. Der Bezahldienstleister Payone begann mit zwei Schulabgängern vor gut elf Jahren in Kiel, heute zählt das Unternehmen 110 Mitarbeiter.

Die beiden Firmen sind nur zwei Beispiele von vielen, die zeigen: Die Start-up-Szene ist ein Jobmotor. Das bestätigt auch der aktuelle Deutsche Start-up-Monitor (DSM), der am Dienstag in Berlin vorgestellt worden ist. Im Schnitt zählt ein Start-up demnach nach drei Jahren im Schnitt 17,6 Mitarbeiter – Gründer inklusive. 22,2 sind es in Hamburg, 27,7 in Berlin.

„Die Startups sind nicht mehr aus Wirtschaft, Arbeitsmarkt und Gesellschaft wegzudenken“, sagt der Chef des Bundesverbands Deutsche Start-ups, Florian Nöll. „Sie werden der Mittelstand von morgen, und ich bin sicher, dass sich unter den 6000 Start-ups in Deutschland heute schon Weltmarktführer von morgen befinden.“

Tatsächlich macht inzwischen jedes zweite Jungunternehmen laut Studie einen Jahresumsatz von mehr als 250.000 Euro – Tendenz steigend. Gut jedes vierte Start-up (24,5 Prozent) muss aber auch mit Umsätzen von 25.000 Euro und weniger klar kommen.

Ausgerechnet der Mindestlohn erweist sich in der Wahrnehmung vieler angehender Gründer als Problem. Der Grund dafür ist, dass viele Start-ups in der Anfangszeit auf studentische Hilfskräfte und Praktikanten zurückgreifen. Gut die Hälfte (47,5 Prozent) der angehenden Gründer erwartet daher durch den Mindestlohn Schwierigkeiten beim Aufbau des Unternehmens. Fast zwei Drittel (61,1 Prozent) haben ihre Einstellungspraxis für Praktikanten geändert.

Mit Schleswig-Holsteins Landespolitik zeigten sich die befragten Start-ups indes zufriedener als noch im vergangenen Jahr. Dieses Mal schaffte es das nördlichste Bundesland bei der Frage, wie gut die Landespolitik das Gründungsgeschehen fördere, immerhin schon auf ein gutes „ausreichend“ (3,6) als Note.

Noch im vergangenen Jahr kassierte Schleswig-Holsteins Politik von den befragten Unternehmen eine fünf (4,7) – und landete bundesweit damit auf dem vorletzten Platz. In diesem Jahr lässt es immerhin Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen und Thüringen hinter sich, die allesamt schlechtere Noten von den Unternehmen kassiert haben.

Dennoch verliert das nördlichste Bundesland Anteile an der Szene. Hatten 2014 wenigstens noch zwei Prozent aller deutschen Start-ups ihren Sitz zwischen Nord- und Ostsee, sind es derzeit nur noch 1,9 Prozent. Hamburg zählt 8,3 Prozent, Berlin 31,3 Prozent.

Daneben zeigt die Studie: Viele Gründer sind Überzeugungstäter. 80,5 Prozent von ihnen würden selbstständig bleiben, wenn sie ihr Jungunternehmen aufgeben müssten – und 68,6 Prozent würden einfach ein neues Start-up gründen.

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erstellt am 23.Sep.2015 | 08:21 Uhr

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