Spitzenmanager rüffeln die Landesregierung

Uli Wachholtz
Uli Wachholtz

shz.de von
11. April 2014, 15:06 Uhr

Die Küstenkoalition aus SPD, Grünen und SSW hängt durch – jedenfalls in den Augen der Wirtschaft. Eine Umfrage des Unternehmensverbandes Nord ergab: Nur noch jedes dritte Unternehmen (36 Prozent) ist mit der Arbeit der Landesregierung zufrieden. Im Sommer 2013 lag der Wert noch bei 45 Prozent.

Als Hauptgründe für die Unzufriedenheit nannte UVNord-Präsident Uli Wachholtz (Foto) gestern in Kiel den katastrophalen Zustand der Verkehrsinfrastruktur in Schleswig-Holstein, der immer mehr zum Standortnachteil werde. Unternehmen investierten deshalb immer öfter südlich der Elbe, weil der Verkehr im Norden „immer regelmäßiger zum Erliegen kommt“.

Kritik aus den Unternehmen gebe es auch an wirtschaftsfeindlichen Gesetzen wie dem Tariftreue- und Vergabegesetz, dem Korruptionsregister oder der geplanten Novelle zum Denkmalschutzgesetz.

In der Kabinettsriege kommt Regierungschef Torsten Albig besonders schlecht weg. Nur jedes fünfte Unternehmen (22 Prozent) bewertete seine Arbeit als gut. Im Herbst waren es noch 34 Prozent. Albig bekomme offenbar die „Prügel“ für manche Eskapaden seiner Kabinettsmitglieder wie aktuell in der Hochschulpolitik. Zum Vergleich: Nach einer ähnlichen Umfrage des UVNord kommt Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) auf einen Wert von 83 Prozent. Im Ranking der Minister führt Innenminister Andreas Breitner (SPD), dessen Arbeit 48 Prozent als gut einschätzen. Schlusslicht ist die parteilose Bildungs- und Wissenschaftsministerin Waltraud Wende mit nur 15 Prozent.

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