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VW-Skandal und Winterkorn-Rücktritt : „Spiegel“-Bericht: Porsche- und Audi-Vorstände müssen gehen

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Gleich drei Top-Manager sollen ihre Posten räumen. Die Krise im Volkswagen-Konzern hat somit auch Auswirkungen auf die Töchter Audi und Porsche.

Der Skandal um den Abgas-Betrug bei Volkswagen zieht weitere Kreise. Drei Top-Manager müssen nach dem Rücktritt von VW-Chef Martin Winterkorn den Konzern ebenfalls verlassen. Das berichtet Spiegel-Online am Donnerstagnachmittag.

Nach dem Bekanntwerden des Skandals in den USA hatte Volkswagen mitgeteilt, dass weltweit rund elf Millionen Fahrzeuge betroffen seien. Eine genaue und vollständige Liste der betroffenen Modelle gibt es jedoch noch nicht. VW hat die Autos mit einer Software so manipuliert, dass sie bei Tests deutlich weniger gesundheitsschädliche Stickoxide ausstießen als tatsächlich auf der Straße. Konzernchef Martin Winterkorn gab wegen der Affäre am Mittwoch seinen Rücktritt bekannt.

Demnach sollen Audi-Vorstand Ulrich Hackenberg, Audi-Chef Rupert Stadler, Hackenberg-Nachfolger Heinz-Jakob Neußer und der Motorenentwickler Wolfgang Hatz, der zur Zeit als Vorstand bei Porsche arbeitet, ihre Posten räumen. Hackenberg wurde bis vor Kurzem noch als Anwärter auf den Chefposten bei Audi gehandelt.

Weiteren Berichten zufolge rollt auf VW in den USA und in Kanada eine Flut von Sammelklagen zu. Nach ersten Gesprächen der Untersuchungskommission des Bundesverkehrsministeriums mit VW teilte Minister Alexander Dobrindt (CSU) mit, dass auch in Europa VW-Dieselmotoren manipulierte Abgaswerte aufweisen.

Von den Problemen bei VW sind neben Audi weitere Töchter betroffen.

Innerhalb des Konzerns teilen sich die Unternehmen etliche Bauteile, darunter auch Motoren und Getriebe. Ein Sprecher von Skoda bestätigte, Modelle der Reihen Fabia, Roomster, Octavia und Superb aus den Jahren 2009 bis 2013 seien teilweise mit den betroffenen Motoren ausgerüstet worden. Bei aktuellen Modellen gebe es keine Probleme.

Volkswagen hatte bereits eingeräumt, dass es bei insgesamt rund 11 Millionen Fahrzeugen weltweit „Abweichungen“ gebe. Eine genaue und vollständige Liste der betroffenen Modelle gibt es jedoch noch nicht.

Die Konkurrenten BMW und Daimler bekräftigten, eine weiße Weste zu haben. „Grundsätzlich gilt: Bei der BMW Group wird nicht manipuliert“, hieß es vom Münchner Hersteller. Auch ein Daimler-Sprecher betonte, es seien keinerlei Manipulationen an den Fahrzeugen des Konzerns vorgenommen worden.

Der Abgas-Skandal erschüttere den Konzern in seinen Grundfesten, sagt ein Aufsichtsrat. Rücksicht auf die wichtigen Positionen könne man daher nicht nehmen, heißt es in dem Bericht weiter. Fassungslos seien Kontrolleure darüber, dass VW die US-Behörden bereits am 3. September über die Betrugssoftware informierten, Aufsichtsrat und Öffentlichkeit aber erst Wochen später.

VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh forderte als Konsequenz aus dem Skandal eine grundlegende Überholung der Unternehmenskultur. „Wir brauchen für die Zukunft ein Klima, in dem Probleme nicht versteckt, sondern offen an Vorgesetzte kommuniziert werden. Wir brauchen eine Kultur, in der man mit seinem Vorgesetzten um den besten Weg streiten kann und darf“, betonte er in einem Schreiben an die VW-Mitarbeiter, das der Deutschen Presse-Agentur vorlag.

Als VW-Chef komme nur „eine Persönlichkeit mit großem technischen und unternehmerischen Sachverstand und gleichzeitig großer sozialer Kompetenz“ infrage. Am Freitag will der Aufsichtsrat über einen Nachfolger beraten.

Der Skandal brachte eine ganze Industrie ins Zwielicht. Die Motoren wurden mit einer Software ausgestattet, die die Messung des Ausstoßes von Stickoxiden manipulierte. Klar ist, dass vier Reihen der Tochter Audi betroffen sind: Der Motor vom Typ EA 189 sei in Modellen des A1, A3, A4 und A6 verbaut worden, sagte ein Audi-Sprecher.

Die genauen Baujahre und die Anzahl der Fahrzeuge könnten aber noch nicht genannt werden. Ob die Autos von den Software-Manipulationen betroffen seien, könne man ebenfalls noch nicht sagen, hieß es bei Audi. Auch der VW-Konzern selbst bereitet unter Hochdruck eine Liste der in die Abgas-Affäre einbezogenen Dieselautos vor.

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erstellt am 24.Sep.2015 | 17:20 Uhr

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