Flughafen BER : Spekulationen um Nachfolger für Mehdorn am Berliner Flughafen

Zwei Namen sind für den Chefposten beim Berliner Hauptstadtflughafen BER im Gespräch. Wer es wird, bleibt offen.

shz.de von
16. Januar 2015, 16:58 Uhr

Berlin | Die Nachfolge des scheidenden Berliner Flughafenchefs Hartmut Mehdorn bleibt offen. Die Regierungschefs von Berlin und Brandenburg, Michael Müller und Dietmar Woidke (beide SPD), sowie Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) gingen nach einem gut zweistündigen Treffen am Freitag ergebnislos auseinander. Weitere Gespräche sollen folgen, teilte Vize-Aufsichtsratschef Rainer Bretschneider mit. Im Vorfeld waren mehrere Namen möglicher Nachfolger gehandelt worden, darunter der Rolls-Royce-Manger Karsten Mühlenfeld und Mehdorns Technikchef Jörg Marks.

Einem Bericht der „Berliner Zeitung“ zufolge soll Jörg Marks, Technikchef der Berliner Flughäfen, „aller Voraussicht nach“ Nachfolger von BER-Chef Hartmut Mehdorn werden. Die Flughafengesellschafter Berlin, Brandenburg und der Bund seien sich bei dieser Personalie im Grundsatz einig, schreibt die Zeitung am Freitag. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hatte sich bereits für eine interne Lösung ausgesprochen - und unter den Verantwortlichen konkret Technikchef Marks hervorgehoben.

Der „Tagesspiegel“ meldete hingegen, dass der Rolls-Royce-Manager Karsten Mühlenfeld Mehdorns Nachfolger wird.

Mit einem neuen Chef hoffen die Planer, dass die Fertigstellung den Pannenprojekts endlich voran kommt. Der Hauptstadtflughafen rühmt sich bereits als „modernster Flughafen Europas“ – er geriet aber fast ausschließlich durch immer spätere Eröffnungstermine und steigende Kosten in die Schlagzeilen.

Entsprechend spöttisch fallen auch einige Reaktionen bei Twitter auf die neue Personalie aus.

Der scheidende Mehdorn hatte nach Querelen mit dem Aufsichtsrat im Dezember seinen Rücktritt als Geschäftsführer bis spätestens Ende Juni angekündigt. „Wir äußern uns zu Spekulationen grundsätzlich nicht“, sagte Flughafen-Sprecher Ralf Kunkel zur Personalie Marks.

Nach jüngster Planung soll der neue Airport in Schönefeld im zweiten Halbjahr 2017 in Betrieb gehen. Planungsfehler, Baumängel und Technikprobleme haben die Eröffnung bisher verhindert, die ursprünglich im Oktober 2011 vorgesehen war. Doch auch der neue Starttermin wird in Zweifel gezogen. Verkehrsexperte der Grünen-Bundestagsfraktion, Stephan Kühn, ist von dem Zeitplan nicht überzeugt. „Ich habe meine Zweifel, dass Planung und Bau der vorgesehenen Erweiterungen bis 2017 abgeschlossen sind“, sagte er der „Welt“. Klar sei auch, dass der Kostenrahmen von 5,4 Milliarden Euro nicht zu halten sei. Der neue Hauptstadtflughafen sei zudem schon jetzt zu klein, um die zu erwartenden Passagierzahlen bei der Eröffnung bewältigen zu können.

Zur Möglichkeit einer nochmaligen Verzögerung sagte Marks: „Wir wissen exakt, was wir wo bauen wollen.“ Er sei davon überzeugt, „dass wir das von den Risiken her exakt eingegrenzt haben“. Der neue Flughafen Berlin Brandenburg (BER) ist eigentlich für bis zu 27 Millionen Passagiere ausgelegt. 2014 wurden an den Flughäfen Tegel und Schönefeld aber bereits knapp 28 Millionen Fluggäste abgefertigt.

(mit dpa)

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