Spatenstich für Vossloh-Werk

Hand angelegt:  Bürgermeister Peter Todeskino, Oberbürgermeister Ulf Kämpfer, Stargime-Chef Jens Gonder, Minister Reinhard Meyer, Vossloh-Chef Thomas Schwichtenberg, Bauunternehmer Martin Krabbe, Vossloh-Vorstandschef Hans Schabert und Betriebsrat Michael Ulrich (v.li.).
Hand angelegt: Bürgermeister Peter Todeskino, Oberbürgermeister Ulf Kämpfer, Stargime-Chef Jens Gonder, Minister Reinhard Meyer, Vossloh-Chef Thomas Schwichtenberg, Bauunternehmer Martin Krabbe, Vossloh-Vorstandschef Hans Schabert und Betriebsrat Michael Ulrich (v.li.).

Mutterkonzern investiert 40 Millionen Euro in Neubau – doch denkt über Verkauf des Kieler Standortes nach

shz.de von
17. Juli 2015, 12:18 Uhr

Der Industriepolitische Aderlass in der Landeshauptstadt ist gestoppt. Nachdem in den vergangenen Jahren namhafte Hersteller in Kiel Arbeitsplätze abgebaut haben, kommt jetzt ein hoffnungsstarkes Signal von Vossloh Locomotives. Der westfälische Verkehrstechnologiekonzern will auch künftig an der Förde Lokomotiven herstellen. Gestern wurde in Kiel-Suchsdorf im Beisein von Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) der erste Spatenstich für einen 40 Millionen Euro teuren Neubau getan. Das Werk entsteht mit einer Gesamtfläche von 18000 Quadratmetern auf dem Buisiness Campus Es soll Mitte 2016 in Betrieb gehen und wird vom Grundstückseigentümer Stargime errichtet und anschließend an Vossloh vermietet. Der bisherige Produktionsstandort in Kiel-Friedrichsort entspreche nicht mehr den Standards. Produktion und Verwaltung sind dort auf 14 Gebäude verteilt, und die Gabelstapler müssen pro Jahr tausende von Kilometern auf dem Werksgelände zurücklegen. Im Neubau sollen die im Markt gut etablierte dreiachsige Rangierlokomotive „G6“ in nur sechs statt bisher in 18 Monaten gefertigt werden. „Wir glauben an den Produktionsstandort Kiel; das Werk wird für die 330 Mitarbeiter identitätsstiftend sein und den Weg in eine neue Zukunft frei machen, betonte Vossloh-Vorsitzender Hans Schabert.

Minister Meyer beglückwünschte Vossloh zu der Investitionsentscheidung. „Auch wenn Industriepolitik bei manchen aus der Mode gekommen ist, bin ich fest davon überzeugt, das Industrieunternehmen die Grundlage der wirtschaftlichen Entwicklung in Schleswig-Holstein sind“. Dabei habe Kiel mit seinen Hochschulen und dem guten Angebot exzellent ausgebildeter Fachkräfte einen klaren Standortvorteil. „Bekomme ich genug gut qualifizierte Mitarbeiter– das ist die Zukunftsfrage für viele Unternehmen“, so Meyer . Auch Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer ist erleichtert. Den Spagat zwischen chinesischen Genehmigungszeiten und den Vorgaben des deutschen Rechtssystems habe man zwar nur unter Mühen geschafft – aber immerhin.

Trotzdem liegt über der Grundsteinlegung ein Schatten. Die Pläne Vosslohs, sich kurz- bis mittelfristig aus der Lokomotivsparte zu verabschieden sind nicht vom Tisch. Der Bau von Loks mit dieselhydraulischem und dieselelektrischem Antrieb ergänze zwar den traditionellen Firmenschwerpunkt – nämlich die Produktion von Spannklemmen, Weichen, Signalen und Schieneninstandhaltung . Doch es gelte sich jetzt auf dieses Kerngeschäft zu konzentrieren . In Frage komme der Einstieg eines strategischen Partners oder der Verkauf der Loksparte. An der Modernisierung der Produktionsstätte komme man aber ohnehin nicht vorbei.

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