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Sparkasse Südholstein streicht 130 Stellen

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Kreditinstitut muss nach 60-Millionen-Stützung Kosten deutlich senken / Personalabbau soll über natürliche Fluktuation und Altersteilzeit erfolgen

shz.de von
erstellt am 15.Aug.2013 | 03:09 Uhr

Neumünster | Bei der Sparkasse Südholstein wird jede sechste Stelle gestrichen. Im Zuge eines Sparprogramms will die viertgrößte Sparkasse des Landes insgesamt rund 130 Stellen abbauen. Das kündigte der Vorstandsvorsitzende Ralph Schmieder an. Der Stellenabbau solle "in hohem Maße über die natürliche Fluktuation sowie über individuelle Vereinbarungen wie Altersteilzeitregelungen erreicht werden", teilte das Kreditinstitut mit. Entlassungen sind damit ausdrücklich nicht ausgeschlossen. Da es sich bei 130 Stellen um Vollzeitstellen handelt, werden "aufgrund der Teilzeitquote sicher mehr Mitarbeiter betroffen sein", erklärte Sprecherin Imke Gernand auf Nachfrage. Die Sparkasse beschäftigt einschließlich ihrer 95 Auszubildenden derzeit 1010 Mitarbeiter. Das entspreche gut 800 Vollzeitstellen, so Gernand.

Die Gespräche mit den Mitarbeitern sollen zum Jahresende geführt werden, der Abbau wird "aufgabenorientiert" erfolgen. "Es gibt keine Rasenmähermethode", betonte Gernand. Infolge des Personalabbaus werden künftig auch die Ausbildungsstellen reduziert. Gernand: "Die Quote bleibt weiter sehr hoch, wird aber auf die neue Stellenzahl an gepasst." Ob es auch Filialschließungen geben wird, sei noch völlig offen.

"Wie alle Banken und Sparkassen müssen wir auf der Kostenseite unsere Personal- und Infrastruktur anpassen", sagte Schmieder mit Blick auf das anhaltend niedrige Zinsniveau, das durch die Finanzkrise veränderte Verbraucherverhalten und den zunehmenden Wettbewerb. Die Sparkasse Südholstein hatte das Geschäftsjahr 2012 ohne Gewinn abgeschlossen und musste nach 2009 in diesem Jahr zum zweiten Mal mit einer Kapitalspritze von 60 Millionen Euro durch die Sparkassenorganisation gestützt werden (wir berichteten).

"Die Restrukturierung der Sparkasse ist von höchster Priorität", sagte Schmieder. Als Nachfolger für den jüngst ausgeschiedenen Axel Kodlin sucht die Sparkasse Südholstein jetzt einen "Finanz vorstand mit umfassender Sanierungserfahrung". Dafür kämen nur wenige mit der Sparkassenorganisation vertraute Personen in Frage. Schmieder hat sich nach eigenem Bekunden nach Gesprächen mit dem Verwaltungsrat der Sparkasse und dem Sparkassenverband darauf verständigt, ins zweite Glied zu treten. Der gesuchte neue Finanzvorstand soll auch neuer Vorstandsvorsitzender werden. Schmieder selbst werde im Vorstand bleiben, teilte die Sparkasse Südholstein gestern mit.

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