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Software-Riese Microsoft kauft Handy-Pionier Nokia

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Nokia-Handys kommen künftig von Microsoft: Der Software-Riese übernimmt das Kerngeschäft des einstigen Weltmarktführers. Der Preis liegt bei 5,44 Milliarden Euro, wie die Unternehmen gestern mitteilten. Microsoft hofft, mit Nokia unter einem Dach schneller im Smartphone-Markt aufzuholen. Im Zuge der Übernahme könnte auch ein Ersatz für den scheidenden Microsoft-Chef Steve Ballmer gefunden sein. Nokia-Lenker Stephen Elop, ein früherer Microsoft-Manager, wurde bereits als Ballmer-Nachfolger gehandelt.

Microsoft zahlt in bar 3,79 Milliarden Euro für das Geschäft mit Geräten und Diensten und gibt weitere 1,65 Milliarden Euro für Patentlizenzen auf zehn Jahre aus. Außerdem wird Microsoft auf Nokias Kartendienste zurückgreifen. Die Nokia-Aktie schoss als Reaktion um über 38 Prozent auf 4,10 Euro hoch. Mit dem Deal wird sich der Nokia-Umsatz in etwa halbieren. Rund 32 000 Mitarbeiter sollen zu Microsoft wechseln, 56 000 bleiben bei dem finnischen Unternehmen. Der Deal soll Anfang 2014 abgeschlossen werden, wenn die nötigen Behördengenehmigungen vorliegen. Microsoft hat das Geschäft laut EU-Kommission noch nicht bei den europäischen Wettbewerbshütern angemeldet

Der finnische Konzern will sich künftig vor allem auf das Netzwerk-Geschäft und die Entwicklung seiner Kartendienste unter der Marke Here fokussieren. Nokia hatte jüngst den ursprünglich gemeinsam mit Siemens betriebenen Netzausrüster NSN komplett übernommen.

Die Konzerne waren bereits 2011 eine Partnerschaft eingegangen. Nokia ist der wichtigste Hersteller von Smartphones mit dem Microsoft-Betriebssystem Windows Phone. Der Windows-Konzern wird nun Software und Geräte aus einer Hand anbieten können – wie der Rivale Apple. Nokia war lange Zeit die dominierende Kraft im Handy-Markt, verlor aber mit dem Vormarsch der Smartphones wie dem iPhone von Apple und Geräten mit dem Google-System Android massiv an Boden. Dank der starken Position bei günstigen Handys ist Nokia zwar immer noch der zweitgrößte Hersteller von Handys nach Samsung. Der Marktanteil von Nokias Lumia-Modellen bei den lukrativen Smartphones liegt aber im niedrigen einstelligen Prozentbereich.

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