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Steigende Mietpreise : So viel kostet das Wohnen in Schleswig-Holstein

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Mieten in Schleswig-Holstein steigen im ersten Halbjahr um 4,2 Prozent / Besonders in einem Kreis legten die Preise zuletzt deutlich zu

shz.de von
erstellt am 19.Aug.2017 | 11:32 Uhr

Kiel/Bonn | Die Nachfrage nach Immobilien ist ungebrochen – und lässt die Mieten weiter steigen; auch in Schleswig-Holstein. Nach Zahlen, die das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) gestern vorgelegt hat, stiegen die Mieten bundesweit im ersten Halbjahr im Schnitt um 4,4 Prozent. Im Schnitt werden nun 7,90 Euro pro Quadratmeter fällig. Dabei zeigen die Daten: Das Gefälle zwischen Stadt und Land wird größer – und gerade in den Metropolen steigen die Mieten besonders stark. Unmittelbar vor der Bundestagswahl dürfte dies einmal mehr die Debatte um bezahlbaren Wohnraum und Mietpreisbremsen anheizen. So verzeichneten Städte mit über 500  000 Einwohnern ein Plus von im Schnitt 5,6 Prozent auf 10,39 Euro je Quadratmeter. In ländlichen Kreisen ergab sich nur ein Zuwachs von 3,4 Prozent auf 6,03 Euro.

In Schleswig-Holstein lagen die Angebotsmieten zuletzt bei 7,44 Euro, mit 4,2 Prozent stiegen sie aber stärker als sonst außerhalb der Großstädte in Deutschland üblich. Allein in Kiel verzeichneten die Experten im ersten Halbjahr ein Plus von 5,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, in Flensburg von 5,1 Prozent, in Neumünster gar von 7,1 Prozent. Den stärksten Anstieg verzeichnete Nordfriesland mit 9,3 Prozent. Dies dürfte allerdings vor allem der Nordsee-Insel Sylt geschuldet sein.

Kreise/Kreisfreie Städte Miete 1. Halbjahr 2017 in Euro/Quadratmeter +/- in Prozent ('16-'17)
Neumünster 6,06 7,1
Kiel 7,39 5,9
Flensburg 6,63 5,1
Lübeck 7,62 3,6
Nordfriesland   8,61 9,3
Herzogt. Lauenburg 7,31 5,8
Ostholstein 7,52 5,2
Plön 7,01 4,2
Stormarn   8,94 4,0
Steinburg 5,79 3,7
Schleswig-Flensburg 5,97 3,4
Rendsburg-Eckernförde 6,36 3,3
Dithmarschen 5,98 1,5
Segeberg   8,34 1,7
Pinneberg   8,41 1,7
Schleswig-Holstein 7,44 4,2

„In den Ballungsräumen treiben die Nachfrage, der Wettbewerb um knappes Bauland und damit verbundene hohe Grundstückspreise weiter die Preise“, sagte BBSR-Wohnungsmarktexperte Matthias Waltersbacher. Ganz anders sehe es in vielen ländlichen Gebieten aus.

Die teuerste Wohngegend bei den Neuvertragsmieten bleibt weiterhin München. In der bayerischen Landeshauptstadt wurden im ersten Halbjahr im Schnitt 16,40 Euro pro Quadratmeter verlangt. Mit deutlichem Abstand folgen Frankfurt (12,95 Euro), Stuttgart (12,44) sowie dahinter Freiburg (11,82 Euro) und Ingolstadt (11,21 Euro). Erst an fünfter Stelle kommt Hamburg. 11,02 Euro werden den Angaben zufolge in der Hansestadt pro Quadratmeter fällig. Zum Vergleich: Im Landkreis Lüchow-Dannenberg und Wunsiedel sind Wohnungen im Schnitt schon für 4,40 Euro pro Quadratmeter zu haben.

Das BBSR, das dem Bundesbauministerium untersteht und die Berliner Politik auch bei Themen wie Städtebau und Raumentwicklung mit Expertisen versorgt, hat nach eigenen Angaben Angebotsmieten ausgewertet, die sich aus den Inseraten auf Immobilienplattformen und in Internet-Angeboten Tageszeitungen zur Erst- und Wiedervermietung von Wohnungen ergeben. Insgesamt wurden dafür nach den Angaben des Instituts rund 100 Quellen einbezogen.

Die Zahlen sind mit einer gewissen Unsicherheit behaftet. So weist das Institut darauf hin, dass große Wohnungsunternehmen in den Großstädten die Immobilien auch über andere Wege vermitteln. In besonders ländlichen Regionen wiederum würden sie mitunter nur über Aushänge oder Abdrucke in Gemeindezeitungen angeboten. Es handelt sich um Nettokaltmieten, also ohne Nebenkosten, für nicht-möblierte Wohnungen mit einer Größe von 40 bis 130 Quadratmetern. Mieten aus bestehenden Mietverträgen wurden nicht berücksichtigt. Die Daten geben auch keine Auskunft darüber, ob die angebotenen Wohnungen tatsächlich zu den jeweiligen Preisen vermietet worden sind.

Obwohl Berlin zu den am schnellsten wachsenden Metropolen des Landes zählt und die Mietpreise dort in den vergangenen Jahren drastisch zugelegt haben, ist das Niveau dort mit 9,95 Euro bei den Neuvertragsmieten noch immer vergleichsweise gering verglichen mit den fünf teuersten Städten. Aber: Das entspricht immerhin einem Plus von 9,7 Prozent Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2016.

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