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Tierschutz : Skandal um „Gutfleisch“ weitet sich aus

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Nachdem in fünf norddeutschen Schweinemast-Betrieben grobe Verstöße gegen das Tierschutzrecht bekannt wurden, weitet sich der Skandal um die Gutfleisch-Zulieferer nun auch nach Baden-Württemberg aus.

shz.de von
erstellt am 13.Aug.2014 | 13:47 Uhr

Kiel/Ellwangen | Nach den Berichten über Tierschutz-Verstöße bei Schweinemast-Betrieben in Schleswig-Holstein sind jetzt auch Missstände in einem Betrieb in Baden-Württemberg bekannt geworden. Wie die fünf norddeutschen Mästereien ist auch der Bauernhof im Südwesten Deutschlands nach Angaben des Tierschutz-Vereins Animal Equality („Gleiches Recht für Tiere“) Zulieferer im „Gutfleisch“-Programm der Edeka-Handelskette.

Geheim haben die Aktivisten nach Angaben des Vereins im Februar und Juni Videos und Fotos von schweren Tierschutz-Verstößen in den Schweineställen des Betriebs festgehalten, sagte gestern Animal-Equality-Sprecher Hendrik Haßel auf Anfrage des sh:z. „Neben groben Hygienemängeln und haltungsbedingten Verhaltensstörungen wurden tote Tiere, stark leidende Tiere und blutige Verletzungen und Nabelbrüche dokumentiert.“ Wie die Betriebe in Schleswig-Holstein haben die Tierschützer am Montag auch die baden-württembergische Mästerei bei der Staatsanwaltschaft angezeigt. „Zudem wurde das Veterinäramt im Main-Tauber-Kreis wegen Nichteinschreitens angezeigt“, sagte Haßel.

Seit eineinhalb Wochen ist das „Gutfleisch“-Markenprogramm von Edeka in der Kritik, nachdem zunächst bei Testkäufen Fleisch aus Uruguay unter dem als regionale Marke vermarkteten Label verkauft worden war. Ende vergangener Woche waren die ersten Videos von Tierschutz-Verstößen bei „Gutfleisch“-Zulieferern aufgetaucht. Edeka betonte, dass es sich bei dem Gezeigten eindeutig um nicht tolerierbare Gesetzesverstöße handelt und kündigte interne Überprüfungen an. In Süddeutschland stoppte Edeka die Lieferungen durch den betroffenen Betrieb – dessen Eigentümer pikanterweise in einem Werbefilm von Edeka auftaucht – vorläufig. Eine Kontrolle des Hofes habe jedoch bis auf Fehler im „Stallmanagement“, wodurch es kurzfristig in den Ställen etwas voller geworden sei, keine Auffälligkeiten gezeigt.

Edeka Nord hat unterdessen weiterhin keine Informationen darüber, welche fünf Betriebe in Schleswig-Holstein von den Tierschützern angezeigt wurden. „Animal Equality ist noch nicht an uns herangetreten“, sagte gestern Edeka-Nord-Sprecherin Marion Grundmann unserer Zeitung. „Nach den erfolgten Anzeigen gehen wir auch nicht davon aus, dass das noch passiert.“ Das Unternehmen werden alle im „Gutfleisch“-Programm teilnehmenden landwirtschaftlichen Betriebe erneut verschärft kontrollieren. Sollte es zu Verstößen einzelner Betriebe gekommen sein, werde Edeka Konsequenzen ziehen.

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