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Wirtschaft

24. Oktober 2017 | 05:02 Uhr

Siemens stoppt Großauftrag

vom

Nobiskrug hat das Nachsehen - RWE Innogy lässt Plattform von dänischem Konkurrenten weiterbauen

shz.de von
erstellt am 11.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Kiel/Rendsburg | Herbe Schlappe für Nobiskrug: Die Werft hat einen zweistelligen Millionenauftrag des Elektrokonzerns Siemens zum Bau einer Umspann-Plattform verloren. Statt bei der zugehörigen Abu Dhabi Mar (ADMK) in Kiel soll die Plattform jetzt in Dänemark gebaut werden. Nobiskrug wiederum droht auf einem Haufen Metallschrott sitzen zu bleiben.

Im Jahr 2011 hatte Siemens Nobiskrug beauftragt, die Außenhülle einer Umspann-Plattform für den Offshore-Windpark "Nordsee-Ost" von RWE Innogy zu fertigen. Die Elektronik, also das Innenleben der Plattform, wollte Siemens selbst liefern. Der Auftrag galt seinerzeit als Einstieg von Nobiskrug in das Offshore-Geschäft. Doch über einen 14 Meter hohen, 37 Meter breiten und 34 Meter langen Rohbau kam das Projekt nicht hinaus. Monatelang soll die Stahlkonstruktion in Kiel auf ihren Abtransport gewartet haben.

Zu lang für RWE Innogy - die Geduld des Windparkbetreibers war jetzt offenbar am Ende. "Eine Verzögerung bei Bau und Auslieferung der Umspann-Plattform" habe zur Aufkündigung der Zusammenarbeit mit Siemens geführt, erklärte eine RWE-Sprecherin gestern auf Anfrage. Siemens wiederum stornierte daraufhin seinerseits den Auftrag bei seinem Zulieferer Nobiskrug.

Die Umspann-Plattform ist zentrales Element des Windparks "Nordsee-Ost". Sie bündelt den elektrischen Strom der Turbinen und stellt ihn für den Transport an Land bereit. Als Übergabedatum der fertigen Konstruktion - inklusive Siemens-Technik - war ursprünglich der Mai 2012 vorgesehen. Doch daraus wurde nichts.

Siemens soll laut dem Kieler IG-Metall-Chef Peter Seeger der Werft eine Mitschuld an den Verzögerungen gegeben und ihr Qualitätsmängel an der Konstruktion vorgeworfen haben. Dass an diesen Vorwürfen aber etwas dran sei, glaubt Seeger nicht. "Ich kann mir das überhaupt nicht vorstellen", fügt er hinzu und hält die Argumente der Münchner nur für vorgeschoben.

RWE Innogy hat den Auftrag bereits neu vergeben. Jetzt soll "Bladt Industries" in Nord-Dänemark die Umspann-Plattform fertig stellen. "Wir gehen davon aus, dass die bereits fertig gestellten Elektrokomponenten übernommen werden", sagte eine RWE-Sprecherin mit Blick auf die Siemens-Komponenten. Was mit der 835 Tonnen schweren Plattformhülle auf dem Gelände von Abu Dhabi Mar geschehen soll, ist unklar. "Siemens muss natürlich das bezahlen, was schon verbaut worden ist", so Gewerkschafter Seeger. Bei Nobiskrug hieß es auf Anfrage nur "Kein Kommentar".

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