Pizza-Grenzverkehr : Schweizer Zoll bremst deutsche Pizza-Lieferanten aus

Jede Pizza muss in der Schweiz durch den Zoll.
Jede Pizza muss in der Schweiz durch den Zoll.

Pizza-Kuriere müssen mit jeder Pizza in den Zoll. Danach ist sie kalt. Eine Sonderregelung soll es nicht geben.

shz.de von
10. Januar 2015, 16:28 Uhr

Überlingen | Jede Pizza in die Schweiz muss durch den Zoll – auch wenn sie nach der Abfertigung längst kalt geworden ist. Nach monatelangen Gesprächen lehnte die Schweizer Zollbehörde eine unbürokratische Regelung für den kleinen „Pizza-Grenzverkehr“ aus Deutschland ab. Die IHK Hochrhein-Bodensee zeigte sich enttäuscht: Da es die größte Nachfrage nach Pizza-Bestellungen am Abend gebe, also außerhalb der Öffnungszeiten des Zollamts, „kommt die Praxis einem Exportverbot gleich“.

Der Berner Oberzolldirektor Rudolf Dietrich entschied, „dass sich eine ‚Pizza-Sonderlösung‘ nicht rechtfertigen lasse“. Wettbewerbsverzerrungen zu Lasten von Schweizer Anbietern müssten verhindert werden – die Pizza bei Lieferdiensten in der Schweiz kommt deutlich teurer, wie die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) bereits vor einem Jahr feststellte.

Der Schweizer Zoll will mit einer Regelung für Pizza-Kuriere keinen Präzedenzfall schaffen – denn dann könnten dem Oberzolldirektor zufolge auch andere Unternehmen wie Bäckereien, Apotheken und Kurierfirmen ähnliche Begehren stellen.

Einen Hoffnungsschimmer für die Pizza-Kuriere gibt es noch: Auch wenn der Handlungsspielraum nicht sehr groß sei, „haben wir das Anliegen eines vereinfachten Zollverfahrens für Kleinsendungen aus Detailhandelsunternehmen in unsere ständigen Bestrebungen der Optimierung der Zollverfahren aufgenommen“.

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