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Ungeahntes Revival für Schallplatten : Schwarzes Gold: Erstmals geben Hörer mehr Geld für Vinyl als für Downloads aus

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Vinyl boomt und Musikstreaming auch: Zwei Gründe für den Einbruch bei den digitalen Downloads.

London | Lieber schnelle Bits und Bytes oder ein wohliges Gefühl, Musik noch zu zelebrieren? Lieber modern oder Retro und hip? Die Käufer haben entschieden und haben in der vergangenen Woche erstmals mehr Geld für Vinyl-Schallplatten als für Musik-Downloads ausgegeben. Das berichtet die britische „Entertainment Retailers Association“ – kurz ERA.

Viele Bands springen auf den Vinyl-Zug auf und veröffentlichen ihre Alben neben der CD auch auf den schwarzen Scheiben. Seit geraumer Zeit erfahren Schallplatten große Aufmerksamkeit. Sogar Ketten wie Media Markt, Saturn oder Müller führen seit ein paar Jahren wieder Vinyl. 

Demnach liegt der Vinyl-Umsatz bei rund 2,9 Millionen Euro. Digitale Käufe machen dabei nur 2,5 Millionen Euro aus. Noch 2015 war das Blatt deutlich gewendet, als Käufer für 5,2 Millionen bei den Downloads zuschlugen und nur 1,4 Millionen Euro für Schallplatten ausgaben.

Der Trend kommt nicht unerwartet: Statt Musik in digitaler Form zu erwerben, wollen Hörer Musik heute lieber streamen. Die ERA sieht darin die Hauptursache für den Umsatzeinbruch der digitalen Downloads.

Laut dem Musikmagazin „Rolling Stone“ könnten auch Events wie der „Record Store Day“ und der „Black Friday“ mit ihren Schallplatten-Festen Wirkung gezeigt haben. Aufwendige Neupressungen, sogenannte Vinyl-Reissues bringen zudem viel Geld ein. Anfang 2017 können beispielsweise Fans der Grunge-Band „Nirvana“ mit einer Wiederveröffentlichung des Albums „Incesticide“ als Schallplatte rechnen.

Der Nachteil dieser von den großen Labels initiierten Welle der lukrativen Reissues liegt darin, dass die Presswerke bei der Produktion kaum noch hinterher kommen. Bei Neuerscheinungen gibt es daher immer häufiger großen Verzögerungen. Die aktuelle Scheibe des kürzlich verstorbenen Song-Poeten Leonard Cohen kommt beispielsweise erst in diesen Tagen als LP auf den Markt. Dabei war „You want it Darker“ in digitaler Form bereits im Oktober erschienen.

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erstellt am 07.Dez.2016 | 11:20 Uhr

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