Schuhe werden teurer

Hersteller klagen über Online-Konkurrenz / Reno will sich mit Görtz verstärken

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12. März 2014, 18:44 Uhr

Die Verbraucher in Deutschland müssen sich beim Schuhkauf auf höhere Preise einstellen. Die Schuhhersteller rechnen in diesem Jahr mit einer „Preisentwicklung über der Inflationsrate“, wie der Vorsitzende des Bundesverbandes der Schuh- und Lederwarenindustrie, Ralph Rieker, gestern anlässlich der Schuhmesse GDS in Düsseldorf sagte. Grund dafür seien die gestiegenen Material- und Rohstoffpreise, aber auch die gestiegenen Arbeitskosten.

Im vergangenen Jahr waren die Herstellungspreise für Schuhe in Deutschland um 1,5 Prozent angestiegen. Insgesamt gaben die Bundesbürger 2013 nach Schätzungen des Verbandes rund 11,6 Milliarden Euro für Schuhe aus, 8,2 Milliarden Euro davon im Fachhandel. Dabei entfielen mehr als zwei Drittel der Summe auf Damenschuhe, rund ein Fünftel auf Herrenschuhe, der Rest auf Kinder- und Sportschuhe. Der Durchschnittspreis für Damenschuhe im Fachhandel lag nach Verbandsangaben bei 66 Euro. Herrenschuhe kosteten durchschnittlich knapp 78 Euro, Kinderschuhe 47 Euro.

Insgesamt erlebt der Schuhhandel Rieker zufolge zurzeit „radikale Strukturveränderungen“. Rund 12 Prozent der Schuhe werden bereits online verkauft und die Wachstumsraten der Internet-Händler sind weiter zweistellig.

Die Schuhhandelskette HR Group (Reno) reagiert darauf mit Verhandlungen über eine Übernahme von 75,1 Prozent der Anteile des Schuhhändlers Görtz. Es sei wichtig, gemeinsam statt allein zu agieren und sich zu größeren Einheiten zusammenzuschließen, sagte der Geschäftsführer der Osnabrücker HR Group, Matthias Händle, dem „Hamburger Abendblatt“. Eine Görtz-Sprecherin sprach von „zielführenden Gesprächen mit einer vielversprechenden Auswahl von möglichen Partnern“. Eine Vorentscheidung sei nicht gefallen.

Görtz sei wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt. Mit 365 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2013 ging der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr jedoch um zehn Millionen Euro zurück. Das sei mit der Schließung unrentabler Standorte zu erklären. Flächenbereinigt sei aber ein Umsatzwachstum erzielt worden. In Deutschland und Österreich arbeiten 3200 Mitarbeiter in 160 Filialen.

Die HR Group ist mit 650 Millionen Euro Jahresumsatz nach Branchenprimus Deichmann die Nummer zwei bei den Schuhfilialisten. Europaweit besitzt das Unternehmen 2700 Filialen mit 6000 Mitarbeitern.

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