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Alterseinkünfte-Rechner 2015 : Schleswig-Holstein: Monika Heinold stellt Steuerrechner für Rentner ins Netz

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Die Verunsicherung bei der Steuererklärung ist für Ruheständler oft groß. Abhilfe schafft jetzt es ein Steuerrechner.

Kiel  | Wann muss ich als Rentner Steuern zahlen und wie viel? Weil die Verunsicherung bei den Ruheständlern groß ist, bietet Finanzministerin Monika Heinold jetzt Hilfe an. Ein Online-Rechner hilft bei der Frage, ob eine Rentnerin oder ein Rentner eine Steuererklärung abgeben muss.

Das Steuerrecht in Deutschland ist für viele Menschen nur schwer zu durchschauen. Besonders im Alter sind einige Besonderheiten zu beachten.

Hintergrund  ist das „Alterseinkünftegesetz“ von 2005. Danach wird stufenweise der Anteil der Rente erhöht, der versteuert werden muss. Entscheidend ist der Rentenbeginn. Im Jahr 2015 gingen bereits 70 Prozent der Rente in das zu versteuernde Einkommen ein. Im Gegenzug steigt die steuerliche Abziehbarkeit der Altersvorsorgeaufwendungen während des Berufslebens.

Rentner haben genau wie Arbeitnehmer Freigrenzen. Wer ein Jahreseinkommen von nicht mehr als 8472 Euro hat, ist nicht betroffen. Zusätzlich gelten für Rentner aktuell noch eine Reihe von Vergünstigungen, wie der  Altersentlastungs- oder ein Versorgungsfreibetrag.

„Mir war es wichtig, ein einfaches Instrument zur Verfügung zu stellen, mit dem Ruheständler mit wenigen Klicks ihre persönliche Situation überprüfen können“, sagte die Ministerin am Mittwoch vor Mitgliedern des Landesseniorenbeirates, die sich in ihrem Ministerium den Rechner erklären ließen. „Der Alterseinkünfte-Rechner 2015 berücksichtigt die gängigen Sachverhalte, die bei vielen Menschen für die Einkommensteuer von Bedeutung sind“, erläuterte Heinold. „Im Vordergrund stehen die persönlichen Freibeträge bei Renten und Pensionen, sowie der Abzug von Pauschbeträgen und Aufwendungen“.

Erläuterungen und Hinweise unterstützen beim Ausfüllen des Eingabeformulars. „Der Rechner soll Orientierung geben, ob man sich kümmern muss oder nicht“. Am Beispiel demonstrierte die Ministerin, dass eine Heimunterbringung dazu führen kann, dass Rentner trotz einer guten Altersversorgung nicht mehr steuerpflichtig  sind. An dem Beispiel wurden aber auch die Klippen deutlich, die der Rechner umschiffen kann. Heimkosten können nämlich nicht komplett abgesetzt werden. Nicht übernommen werden die so genannten Hotelkosten. Das bedeutet: Unterkunft und Verpflegung hat der Pflegebedürftige selbst zu zahlen. Heinolds Beispiel: Zahlt der Rentner 18.000 Euro pro Jahr fürs Heim und sind darin 8.000 Euro „Hotelkosten“ enthalten, kann er 10.000 Euro geltend machen.   

Insgesamt sei die Programmierung des Rechners eine Gradwanderung gewesen, räumt die Ministerin ein. „Was lässt man weg, was muss unbedingt rein, damit sich der Ruheständler nicht in falscher Sicherheit  fühlt“ –und unangenehme Post vom Finanzamt  bekommt. Denn der Fiskus weiß inzwischen ziemlich genau, wie viel Rente ein Einzelner bekommt. Seit 2009 melden alle Rentenzahlstellen sämtliche Zahlungen an eine Zentrale.

Hilfe finden Senioren auch beim Finanzamt und bei Lohnsteuerhilfevereinen. „Auch die Rentenberatungsstellen wissen gut Bescheid und können frühzeitig Hinweise geben, wenn Bürger kommen, um die Rente zu beantragen“. Darauf weist  Seniorenratsvorsitzender Peter Schildwächter hin. Die Initiative der Ministerin sei lobenswert, der Rechner ein Gewinn – vor allem für die Generation 60 Plus, die mit dem Computer umgehen könne. Bei den über 70-Jährigen sei das oft nicht der Fall. „Hier müssen dann Kinder, Enkel oder Nachbarn helfen“, rät Heinold.

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erstellt am 26.Feb.2016 | 17:11 Uhr

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