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Schifffahrt in der Dauerkrise

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Reederei Hapag-Lloyd tief in den roten Zahlen / Hafenbetreiber HHLA trotzt den Russland-Problemen

Wirtschaftlich bleibt es ungemütlich im Hamburger Hafen, auch wenn sich die Wogen gerade ein wenig geglättet haben: Die Zwischenbilanzen der beiden wichtigsten Player beim Hafenumschlag zeigten gestern, dass die globale maritime Krise noch immer nicht überwunden ist. Während der Terminalbetreiber HHLA für das dritte Quartal immerhin wachsenden Umsatz und wachsenden Gewinn vermeldet, steckt die Reederei Hapag-Lloyd weiter tief in den roten Zahlen fest.

Zwar berichtete Hapag-Lloyd für das dritte Quartal ein operatives Ergebnis von 33,1 Millionen Euro. Doch über das Jahr 2014 gesehen hat die mehrheitlich städtische Reederei bis Ende September einen Verlust von 224 Millionen Euro angehäuft – viermal so viel wie im Jahr zuvor. Vorstandschef Habben Jansen blickte gleichwohl zuversichtlich nach vorn: „Wir sind nicht zufrieden, aber auf einem guten Weg.“

Hauptursache für die unbefriedigenden Zahlen war laut Jansen der anhaltende Verfall der Frachtraten. So transportierte Hapag-Lloyd in den ersten neun Monaten 2014 mit 4,3 Millionen TEU zwar sechs Prozent mehr Container als im Vorjahreszeitraum. Die durchschnittliche Frachtrate sank aber auf 1432 US-Dollar je TEU, ein Minus von fast fünf Prozent. Der Hapag-Lloyd-Umsatz erreichte 4,9 Milliarden Euro (- 2,5 Prozent). 2015 werde nochmals ein „herausforderndes Jahr“, so Jansen. Entlastung auf der Kostenseite werde der Zusammenschluss mit der Containersparte der chilenischen Reederei CSAV bringen. Der Vorstandschef erwartet Synergien in Höhe von 300 Millionen US-Dollar.

Derweil hat die Ukraine/ Russland-Krise der Hamburger Hafen- und Logistik AG (HHLA) weniger geschadet als befürchtet. Bis Ende September steigerte die HHLA ihren Umsatz um sechs Prozent auf 907 Millionen Euro. Das Betriebsergebnis wuchs sogar um elf Prozent auf 131 Millionen. Damit bewege sich der Terminalbetreiber im oberen Bereich der vorhergesagten Gewinn-Bandbreite von bis zu 158 Millionen Euro für das Gesamtjahr.

Das städtische Unternehmen steigerte dabei die Transportleistung im Hinterlandverkehr um mehr als zehn Prozent. Auch der Containerumschlag der Hamburger Terminals sei gewachsen (+1,8 Prozent). Treiber waren die Fernost-Verkehre mit einer Zunahme um 8,5 Prozent. Zugleich gingen die Feederverkehre in den Ostseeraum um rund fünf Prozent zurück, wesentlich verursacht durch Ladungsverluste mit Russland infolge des Ukraine-Konflikts. Unter dem Strich sei es aber gelungen, diese Verluste mehr als auszugleichen, sagte HHLA-Vorstandschef Klaus-Dieter Peters: „Unsere Strategie, Kapazitäten bedarfsgerecht auszubauen, die Effizienz der Großschiffsabfertigung zu erhöhen und das Wachstum unserer Hinterlandverkehre voranzutreiben, hat sich erneut bewährt.“

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erstellt am 13.Nov.2014 | 15:39 Uhr

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