Gewinn-Einbrüche bei Tech-Riesen : Samsung und Facebook jammern auf hohem Niveau

Trotz eines Anstiegs der weltweiten Nutzerzahlen sinkt der Gewinn bei dem Online-Netzwerk stark. Smartphone-Marktführer Samsung verkauft weniger Geräte.

shz.de von
30. Juli 2015, 12:29 Uhr

Menlo Park/Seoul | Die erfolgsverwöhnten Technik-Giganten Facebook und Samsung haben im zweiten Quartal 2015 vergleichsweise herbe Gewinneinbußen hinnehmen müssen. Während Smartphone-Marktführer Samsung im Jahresvergleich acht Prozent weniger Einnahmen erwirtschaftete, beläuft sich das Minus bei Facebook sogar auf neun Prozent.

Der Gewinn bei Facebook schrumpfte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 719 Millionen Dollar (653 Mio Euro), wie das Online-Netzwerk mitteilte. Die Aktionäre zeigten sich enttäuscht und straften das soziale Netzwerk an der Börse ab. Die Aktie gab im nachbörslichen Handel um über drei Prozent nach.

Die Ausgaben von Facebook stiegen kräftig um 82 Prozent auf 2,8 Milliarden Dollar. Der Konzern hatte bereits eine Investitionsoffensive angekündigt und steckt unter anderem viel Geld in Rechenzentren. Dass die Kosten so stark zulegen würden, hatten Analysten aber nicht kommen sehen.

Der Umsatz kletterte um 39 Prozent auf 4,0 Milliarden Dollar und übertraf damit die Prognosen der Wall Street. „Es war ein weiteres starkes Quartal für unsere Community“, kommentierte Facebook-Chef Mark Zuckerberg die Zahlen.

Hutter Consult GmbH
Die weltweite Beliebtheit von Facebook ist ungebrochen. Hutter Consult GmbH

Die weltweite Zahl der Nutzer, die mindestens einmal im Monat bei Facebook vorbeischauen, stieg im Juni um 13 Prozent zum Vorjahr auf 1,49 Milliarden. Die besonders wertvollen täglich aktiven User nahmen um 17 Prozent auf 968 Millionen zu. Im Vergleich zum ersten Quartal kamen knapp 3,5 Prozent neue Facebooker hinzu. Diese Wachstumsrate, über die sich viele andere Unternehmen freuen würden, wird von Analysten für soziale Netzwerke eher als schwach beurteilt.

Der Trend zur mobilen Nutzung hält an. Inzwischen greifen 844 Millionen Mitglieder täglich von Smartphones und Tablets auf den Dienst zu - das waren 29 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Werbeeinnahmen - Facebooks wichtigste Geldquelle - stiegen im letzten Quartal um 43 Prozent zum Vorjahr auf 3,8 Milliarden Dollar. Etwa 76 Prozent davon werden mittlerweile auf mobilen Geräte erwirtschaftet.

Ebenfalls ein schwaches Quartal hat Samsung trotz des Verkaufsstarts neuer Spitzenmodelle hinter sich: Der Überschuss sank im Jahresvergleich um acht Prozent auf 5,75 Billionen Won (4,5 Milliarden Euro), wie das südkoreanische Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Es war der fünfte Rückgang in einem Quartal in Folge. Der Absatz von Smartphones sei im Vergleich zum ersten Quartal wegen niedriger Verkaufszahlen bei preisgünstigeren Modellen gefallen. Auch habe es Versorgungsprobleme beim Spitzenmodell Galaxy S6 Edge gegeben. Die Nachfrage habe daher nicht befriedigt werden können. Diese Probleme seien jedoch mittlerweile behoben. Dem Marktführer setzen immer stärker Hersteller aus China zu. Bei teuren Modellen konkurriert Samsung vor allem mit dem iPhone-Hersteller Apple.  

Samsung kündigte am Donnerstag an, auf das zu erwartende „schwierige Geschäftsumfeld“ in der zweiten Jahreshälfte mit Preisnachlässen und neuen Modellen reagieren zu wollen. Samsung ist auch der weltweit größte Hersteller von Fernsehern und Speicherchips. Nach eigenen Angaben verkaufte Samsung von April bis Juni 89 Millionen Handys und Smartphones. Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtete unter Berufung auf Marktforscher, dass das einem Rückgang im Jahresvergleich von 6,9 Prozent entsprochen habe. Samsung selber nannte für das vergangene Jahr keine Verkaufzahlen.

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