Zusammenarbeit mit russischem Ölkonzern : Russland-Sanktionen: Exxon Mobil bittet um Sonderregel

Der damalige Exxon-Chef Rex Tillerson (r) mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin während der Vertragsunterzeichnung zwischen Rosneft und Exxon Mobil am 15. Juni 2012 im sibirischen Tuapse.

Der damalige Exxon-Chef Rex Tillerson (r) mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin während der Vertragsunterzeichnung zwischen Rosneft und Exxon Mobil.

Die Kooperation mit Rosneft hatte der frühere Exxon-Chef und heutige US-Außenminister Rex Tillerson eingefädelt.

shz.de von
20. April 2017, 11:14 Uhr

Washington | Der US-Ölkonzern Exxon Mobil hat bei der US-Regierung um eine Ausnahme von den Sanktionen gegen Russland gebeten. Das berichtet die Zeitung „Die Zeit“ am Donnerstag und beruft sich auf das „Wall Street Journal“. Hintergrund ist offenbar die Zusammenarbeit mit dem russischen Staatskonzern Rosneft.

Kongressabgeordnete prüfen derzeit mutmaßliche Verbindungen zwischen Wahlkampfhelfern von Präsident Donald Trump und Russland. Der Wunsch nach einer Sonderregelung dürfte nun weiteres Misstrauen schüren. Trumps Sicherheitsberater Michael Flynn musste wegen einer Russland-Affäre bereits seinen Posten aufgeben.

Die beiden Konzerne hatten 2012 eine Partnerschaft geschlossen, bei der es um gemeinsame Ölprojekte im Schwarzen Meer und in der Arktis geht. Nach der Annexion der ukrainischen Krim-Halbinsel beschlossen die EU und die USA 2014 Sanktionen gegen Russland – die betreffen seither die Zusammenarbeit der Ölriesen. Besonders brisant ist der Fall, da der heutige US-Außenminister Rex Tillerson früher Chef bei Exxon war. Er selbst hatte die Kooperation 2012 eingefädelt. Ein Exxon-Sprecher sagte, man kommentiere die Verhandlungen mit Behörden generell nicht, allerdings habe das US-Finanzministerium in der Vergangenheit schon erlaubt, die Kooperation fortzuführen.

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