Rüstungsbranche droht mit Abwanderung

shz.de von
21. September 2014, 17:13 Uhr

Die deutsche Rüstungsindustrie droht wegen rigider Exportbeschränkungen und fehlender staatlicher Aufträge mit Abwanderung. „Alle großen Rüstungsunternehmen prüfen, ob sie auf Dauer im Lande bleiben können“, sagte der Präsident des Branchenverbands BDSV, Rheinmetall-Chef Armin Papperger, der „Süddeutschen Zeitung“. „Wenn mein Land bei mir nicht kauft und mir gleichzeitig sagt, du darfst nicht exportieren, dann halte ich das nicht lange durch.“ Papperger sagte, es gebe zwei Alternativen. Entweder man baue weiter Kapazitäten und damit noch mehr Arbeitsplätze ab, oder man gehe ins Ausland.

Die Waffenbranche fürchtet um ihre Geschäfte, seit Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) heikle Exporte zunehmend erschwert oder gar blockiert. Die Branche warnt vor dem Verlust tausender Arbeitsplätze. Mit dem Bundeswirtschaftsministerium will der Rheinmetall-Chef dem Bericht zufolge über Schadensersatz für den gestoppten Export eines Gefechtsübungszentrums nach Russland verhandeln.


Exportverbot: Rheinmetall will Schadenersatz


„Der Vertrag hat einen Wert von 135 Millionen Euro. Jeder Euro weniger ist für uns ein Verlust“, sagte Papperger. Er gehe davon aus, „dass es eine faire Lösung gibt“, wolle aber „nichts verschenken“. Gabriel hatte in der Ukraine-Krise die Auslieferung gestoppt.

Papperger widersprach Berichten, wonach große Teile der Anlage für Russland bereits geliefert worden seien. „Das steht alles auf einem Betriebsgelände von uns in Bremen, fertig verpackt in mehr als 70 voll beladenen Lkws.“ Dem Rheinmetall-Chef zufolge hätte Russland gerne acht solcher Gefechtsübungszentren.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert