zur Navigation springen

Rückrufe bei Autos häufen sich

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Immer mehr Marken betroffen / In Zukunft weiterer Anstieg wahrscheinlich

shz.de von
erstellt am 09.Apr.2014 | 15:14 Uhr

General Motors, Toyota – und nun auch BMW: In der Autobranche jagt gerade ein großer Rückruf den nächsten. Bei den Münchnern können die Motoren haken, Unfälle gab es aber bislang nicht. Weltweit betroffen sind knapp eine halbe Million Autos, die zwischen September 2009 und November 2011 gefertigt wurden. In Deutschland sind es 10 800. Schlimmer dran war Toyota: Mehr als sechs Millionen Fahrzeuge musste der weltgrößte Autobauer wegen verschiedener Mängel zurückrufen. Mal kann der Fahrersitz haken, mal droht ein Airbag zu versagen – es hakt an fünf verschiedenen Stellen. Neu ist das Thema nicht: Gerade noch beherrschte General Motors (GM) mit defekten Zündschlössern und tödlichen Unfällen die Schlagzeilen, Ende 2013 war es Volkswagen mit mehr als 2,6 Millionen betroffenen Wagen.

Die schiere Menge beanstandeter Autos hängt in erster Linie mit den Produktionsstrategien der Hersteller zusammen. Um die Fertigung einfacher zu machen und durch Großbestellungen bessere Preise beim Einkauf auszuhandeln, setzen alle Konzerne auf identische Bauteile in verschiedenen Modellen. Das sorgt zwar für höhere Gewinne – birgt aber eine Gefahr: Tauchen bei einer Komponente Fehler auf, kann das mit einem Schlag zum Rückruf der halben Modellpalette führen. Bei VW etwa wurde ein defektes Getriebe in den fünf absatzstärksten Modellen verwendet.

Dieser Trend ist kaum umzukehren. „Wenn in Zukunft neue Rückrufe kommen, werden sie in der Tendenz immer größer werden“, sagt Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer. Zu unterscheiden ist aber, wie bedrohlich die Mängel sind. Vom Ausfall des Scheibenwischermotors dürfte kaum eine Gefahr für Leib und Leben ausgehen. Springt dagegen der Schlüssel im Zündschloss um und würgt den Motor mitten in der Fahrt ab, wird es kritisch. Mindestens 13 Menschen starben bei Unfällen, weil genau das in Autos von General Motors passierte. Die Opel-Mutter soll sogar Jahre von dem Problem gewusst haben. Ähnlich ging es Toyota vor vier Jahren. Der Vorwurf: Klemmende Bremspedale hätten tödliche Crashs verursacht. Zwar sprachen spätere Gutachten den Hersteller frei – doch die Unfälle ramponierten das Image der zuverlässigen Japaner, auch Toyota stand im Verdacht, Mängel verschleiert zu haben. Vergangene Woche zahlten die Japaner 1,2 Milliarden Dollar, um ein noch laufendes Verfahren abzuschließen. Mit dem jetzigen Rückruf will das Unternehmen laut Analysten zeigen, dass man aus Fehlern gelernt hat und vorausschauend handelt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert