Bundesagentur für Arbeit : Rückgang der Arbeitslosenzahlen für SH und HH

Die um jahreszeitliche Einflüsse bereinigte Arbeitslosenzahl lag bei 2,556 Millionen.
Die um jahreszeitliche Einflüsse bereinigte Arbeitslosenzahl lag bei 2,556 Millionen.

Die traditionelle Frühjahresbelebung wirkt sich positiv auf die Arbeitslosenzahlen aus.

shz.de von
31. März 2017, 12:56 Uhr

Nürnberg | Die saisonale Frühjahrsbelebung hat im März für einen kräftigen Rückgang der Arbeitslosenzahlen in Schleswig-Holstein gesorgt. Im März waren 97.000 Arbeitslose gemeldet, 3700 oder 3,7 Prozent weniger als im Februar, teilte die Arbeitsagentur Nord am Freitag in Kiel mit. Im Vergleich zum März des Vorjahres sank die Zahl der Arbeitslosen um 4200. Die Arbeitslosenquote beträgt jetzt 6,4 Prozent. Im März 2016 hatte sie noch bei 6,7 Prozent gelegen. Es gebe aktuell eine große Zahl an Stellenangeboten, die Arbeitssuchenden zusätzliche Einstiegschancen in den kommenden Wochen und Monaten böten, sagte Margit Haupt-Koopmann, Chefin der Regionaldirektion Nord der Arbeitsagentur.

Die niedrigste Arbeitslosenquote bei den Kreisen hat aktuell Stormarn mit 3,6 Prozent, die höchste Dithmarschen mit 7,4 Prozent. Bei den Städten bildet Neumünster mit einer Quote von 9,6 Prozent das Schlusslicht, Lübeck hat mit 9,0 Prozent die niedrigste Quote.

„Frühling am Arbeitsmarkt! Meine positiven Erwartungen haben sich bestätigt“, sagte Margit Haupt-Koopmann, Chefin der Regionaldirektion Nord der Arbeitsagentur und zeigte sich optimistisch: Es gebe aktuell eine große Zahl an Stellenangeboten, die Arbeitssuchenden zusätzliche Einstiegschancen in den kommenden Wochen und Monaten böten. Die Zahl der gemeldeten offenen sozialversicherungspflichtigen Stellen sei um 1000 auf 7000 gestiegen. „Speziell im Gesundheits- und Sozialwesen, im Bereich der unternehmensnahen Dienstleistungen sowie im Handel wird Personal gesucht“, sagte Haupt-Koopmann. Jugendliche, die einen Ausbildungsplatz suchen, haben gute Chancen.

Aktuell kommen auf 9300 noch unversorgte Bewerber 9500 freie Ausbildungsplätze. „Es gibt noch offene Stellen quer durch alle Branchen, mit Schwerpunkten im Einzelhandel, im Handwerk und im Gastgewerbe“, sagte Haupt-Koopmann.

„Erfreulich ist, dass - bis auf die Gruppe der arbeitslosen Ausländer - alle Alters- und Personengruppen von der insgesamt robusten Arbeitsmarktlage in Schleswig-Holstein profitiert haben und ihre jeweiligen Arbeitslosenzahlen im Vergleich zum März des Vorjahres zurückgegangen sind“, sagte Haupt-Koopmann. Der Zuwachs der Ausländerarbeitslosigkeit sei allein auf die schnellere Abarbeitung von Asylanträgen der zahlenstärksten Asylstaaten zurückzuführen - Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien. Asylbewerber dieser Staaten meldeten sich nun zunehmend in den Arbeitsagenturen und Jobcentern. Insgesamt sind 18.800 Ausländer arbeitslos in Schleswig-Holstein gemeldet - 3300 mehr als im März des Vorjahres. Das bedeutet, dass knapp 19,4 Prozent der Arbeitslosen im Norden Ausländer sind. Der Anteil an der Bevölkerung betrug Ende 2015 rund 6,3 Prozent.

Arbeitsminister Reinhard Meyer (SPD) sagte, nicht nur der Rückgang der Arbeitslosenzahlen, sondern auch das weiterhin starke Wachstum der Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten „stimmen optimistisch“. Angesichts der positiven Entwicklung seien Chancen für die Integration von Flüchtlingen in Ausbildung und für benachteiligte Gruppen auf dem hiesigen Arbeitsmarkt gegeben. „Im Bereich der Bekämpfung des drohenden Fachkräftemangels und der Integration von Flüchtlingen sind weiterhin alle Seiten gefragt und sollten ihr Engagement aufrechterhalten“, sagte Meyer.

Hamburg

Die traditionelle Frühjahrsbelebung auf dem Hamburger Arbeitsmarkt ist im März moderat ausgefallen. Insgesamt waren in der Hansestadt 71.509 Menschen arbeitslos gemeldet, wie die Agentur für Arbeit am Freitag mitteilte. Das sind 518 oder 0,7 Prozent weniger als im Februar. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozent auf 7,1 Prozent. Etwas besser fällt der Vergleich zum Vorjahresmonat aus. So waren in Hamburg im März 2016 rund 1500 Menschen (2,1 Prozent) mehr ohne Arbeit als jetzt. Die Arbeitslosenquote lag bei 7,4 Prozent. Von der leichten Entspannung des Arbeitsmarktes im Jahresverlauf hätten besonders Langzeitarbeitslose profitiert, sagte Sönke Fock, Chef der Arbeitsagentur Hamburg.

Deutschlandweit

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im März um 100.000 auf 2,662 Millionen gesunken. Im Vergleich zum Vorjahr waren es sogar 183.000 Erwerbslose weniger, wie die Bundesagentur für Arbeit am Freitag in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosigkeit ging damit deutlich stärker zurück als im Schnitt der vergangenen drei Jahre und erreichte den niedrigsten Wert in einem März seit 1991. Die Arbeitslosenquote sank um 0,3 Punkte auf 6,0 Prozent.

„Der Arbeitsmarkt entwickelt sich weiterhin günstig“, sagte der designierte BA-Vorstandschef Detlef Scheele. Mit dem Einsetzen der Frühjahrsbelebung sei die Zahl der Arbeitslosen deutlich gesunken, das Beschäftigungswachstum halte unvermindert an und auch die Nachfrage der Betriebe nach neuen Mitarbeitern sei weiter hoch.

Auch saisonbereinigt gab es einen Rückgang. Die um jahreszeitliche Einflüsse bereinigte Arbeitslosenzahl lag bei 2,556 Millionen. Damit waren 30.000 weniger Männer und Frauen ohne Job als im Februar. Im Westen ging die Zahl um 18.000 zurück, im Osten um 12.000.

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