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Aroma in Nuss-Schokolade : Ritter Sport gegen Stiftung Warentest wieder vor Gericht

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Die Stiftung Warentest will wieder behaupten dürfen, dass die Nuss-Schokolade von Ritter Sport ein künstliches Aroma enthält. Darum kämpft sie vor dem Oberlandesgericht München.

shz.de von
erstellt am 08.Sep.2014 | 16:44 Uhr

München | Unternehmenschef Alfred Ritter bezeichnete die schlechte Bewertung der Stiftung Warentest als „Anschlag“: Nun geht der Streit zwischen dem Schokoladenhersteller und der Stiftung Warentest um die Kennzeichnung eines Vanillearomas in die nächste Runde. Die Berufungsverhandlung findet am Dienstag am Oberlandesgericht München statt.

In dem Rechtsstreit geht es um die Frage, ob die Stiftung Warentest behaupten darf, dass die Nuss-Schokolade von Ritter Sport ein künstlich hergestelltes Vanillearoma enthält. Das Landgericht München hatte den Warenprüfern dies verboten. Dagegen legte die Stiftung Warentest Berufung ein, über die nun entschieden werden soll.

Auslöser des Streits war ein Test von Vollmilch-Nuss-Schokoladen, den die Warentest im November veröffentlich hatte. Darin bemängelten die Tester, die Bezeichnung „natürliches Aroma“ in der Schokolade von Ritter Sport sei irreführend, weil diese den Aromastoff Piperonal enthalte. Dieser werde chemisch hergestellt. Im Gesamturteil gaben sie der Schokolade deshalb die Note mangelhaft.

Das Gericht entschied aber, die Tester hätten die Behauptung nicht nachgewiesen und dennoch von Irreführung der Verbraucher und „mangelnder Verkehrsfähigkeit“ der Schokolade gesprochen. Dies könne nicht als ein fairer Warentest bezeichnet werden.

Ritter Sport habe durch das negative Testurteil „ganz klar einen Imageschaden“ erlitten, sagte Ritter dem „Handelsblatt“ vor ein paar Monaten. Wäre der Schokoladenhersteller nicht vor Gericht gezogen, hätte das Unternehmen ihm zufolge dichtmachen müssen. „Hätte sich die Stiftung Warentest durchgesetzt, wäre das unser Ende gewesen“, sagte er dem Blatt.

Ritter Sport versicherte dem Landgericht, dass es sich bei Piperonal um ein natürliches Aroma handelt und sich dabei auf eine Garantieerklärung des Aromenherstellers Symrise berufen. Die Firma aus dem niedersächsischen Holzminden, die einen Milliardenumsatz mit Aromastoffen macht, legte vor Gericht eine eidesstattliche Versicherung ab, dass das Aroma natürlichen Ursprungs sei.

Piperonal kommt nach Angaben von Ritter Sport unter anderem in Blütenölen und Pflanzen wie Pfeffer oder Dill vor. Ritter Sport setzt es in Minimengen in allen Schokoladen ein. „Das Aroma rundet den Geschmack der Schokolade ab“, sagte ein Sprecher. Gegenstand des Schokoladen-Tests war aber nur die Voll-Nuss-Schokolade, die für Ritter Sport die meistverkaufte Schokotafel ist. „Die Stiftung Warentest hat offensichtlich leichtfertig ein falsches Testresultat publiziert und damit massive negative Konsequenzen für Ritter Sport ausgelöst“, kritisierte das Unternehmen, das seit Jahren damit wirbt, ausschließlich natürliche Aromen zu verwenden. Einige andere Schokoladen-Hersteller verwenden stattdessen das künstliche Aroma Vanillin.

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