zur Navigation springen

Reallöhne sinken erstmals seit fünf Jahren

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Erstmals seit dem Krisenjahr 2009 haben die deutschen Arbeitnehmer trotz niedriger Inflation etwas weniger im Geldbeutel. Die Reallöhne sanken 2013 im Vergleich zum Vorjahr um durchschnittlich 0,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden anhand vorläufiger Zahlen mitteilte. Der Reallohn zeigt, wie viel Arbeitnehmer tatsächlich kaufen können, weil er die Inflation berücksichtigt. Die Deutschen verdienen unter anderem weniger, weil die Sonderzahlungen zurückgingen. Rechnet man diese aus der Entwicklung der Verdienste heraus, läge der Anstieg mit 1,7 Prozent über der Entwicklung der Verbraucherpreise, schreibt das Bundesamt. Sonderzahlungen sind zum Beispiel Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie Boni oder andere Erfolgsprämien.

Berechnungen des WSI-Tarifarchivs der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung zufolge haben die Tarifbeschäftigten im vergangenen Jahr preisbereinigt zwar erneut mehr Geld auf ihrem Konto gehabt. Laut Statistischem Bundesamt ist allerdings mittlerweile nur noch jeder zweite Arbeitnehmer tarifvertragsgebunden. Die amtliche Statistik erfasst auch tariflich ungeregelte Einkommen.

Christoph Schröder, Arbeitskostenexperte des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), vermutet, dass manche Unternehmen sich wegen des vergleichsweise schwachen Wirtschaftswachstums 2013 bei Boni und anderen Sonderzahlungen zurückhielten. Etwa ein Drittel der Sonderzahlungen seien leistungs- und erfolgsabhängig.

Die endgültigen Zahlen zu den Reallöhnen für 2013 und das vierte Quartal will das Statistische Bundesamt voraussichtlich Ende März vorlegen.

zur Startseite

von
erstellt am 20.Feb.2014 | 14:20 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert