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Steuerfahndung bei Windkraft-Riesen : Razzien bei Vestas in Husum und Hamburg

vom
Aus der Onlineredaktion

Der dänische Hersteller von Windkraft-Anlagen wird der Steuerhinterziehung verdächtigt. Vestas streitet die Vorwürfe ab.

Husum | In Büros des dänischen Windkraftanlagenherstellers Vestas in Deutschland hat es wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung bereits im Februar Razzien gegeben. „Vestas kann bestätigen, dass die deutschen Steuerbehörden unsere Büros in Husum und Hamburg am 9. Februar in Verbindung mit Fällen, die sich auf den Zeitraum 2006 bis 2011 beziehen, besucht haben“, teilt das Unternehmen mit. „Vestas glaubt daran, dass man in voller Übereinstimmung mit der Steuergesetzgebung gehandelt hat und arbeitet mit den Behörden zusammen“, heißt es in dem schriftlichen Kommentar weiter.

Im Zeitraum, in dem es bei Vestas Unregelmäßigkeiten gegeben haben soll, war das Unternehmen zunächst auf Expansionskurs in Deutschland. Das änderte sich mit der Finanzkrise. 2012 musste man aufgrund von Überkapazitäten und Preisverfall bei Windkraftanlagen umstrukturieren und Personal entlassen.

Laut der dänischen Tageszeitung Børsen geht es bei den Vorwürfen darum, dass Vestas im Zeitraum 2009 bis 2012 Agenturen einen dreistelligen Millionenbetrag dafür gezahlt haben soll, Kunden für unverkaufte Windkraftanlagen zu finden. Diese Ausgaben, so Børsen, seien von der Steuer abgesetzt worden. Nun bestehe Zweifel daran, ob Vestas überhaupt Gegenleistungen von den Agenturen erhielt. Sollte dies nicht der Fall gewesen sein, hätten die Ausgaben nicht steuerlich geltend gemacht werden dürfen.

Der Fall hängt mit einem früheren Fall zusammen, in dessen Verlauf ehemalige Vestas-Direktoren wegen Bestechung in Deutschland beschuldigt wurden. Der Vestas-Konzern hat in den vergangenen Jahren fast die gesamte Unternehmensführung ausgetauscht, weshalb Sydbank-Analytiker Jacob Pedersen keine große Gefahr für das Image des Unternehmens sieht. „Das Ganze liegt so weit zurück, dass ich mir in meiner wildesten Phantasie nicht vorstellen kann, dass das wirtschaftliche Bedeutung haben könnte“, sagt er.

Von der Deutschland-Zentrale in Husum aus steuert Vestas rund 2000 Mitarbeiter. Seit 1986 hat der Weltmarktführer von Offshore-Anlagen in Nordfriesland seiner Lager aufgeschlagen.

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erstellt am 30.Mär.2016 | 17:00 Uhr

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