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Rätselhaft: Kartoffelkrebs ist nach über 30 Jahren zurück

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ein lang verschwundener Erreger ist wieder aufgetaucht – und sensibilisiert die Erzeuger von Kartoffeln. Im Abstand von vier Wochen ist auf zwei Betrieben nahe Herning im dänischen Mitteljütland der so genannte Kartoffelkrebs ausgebrochen. Dabei bilden sich durch einen Pilz blumenkohlförmige Tumore an Knollen und Stengeln.

Zuletzt war der Kartoffelkrebs in Dänemark 1981 aufgetreten. In Schleswig-Holstein hat es nach Auskunft der Landwirtschaftskammer seit Anfang der 70er Jahre keinen Fall gegeben. Damals war ein Kleingarten betroffen. Die Experten rätseln, wie es jetzt zum Ausbruch kommen konnte. Kristine Riskær von der dänischen Agrardirektion erklärt: Kopfzerbrechen bereite, dass der Pilz nicht auf einem zusammenhängenden Abschnitt der zwei Betriebsflächen aufgetaucht ist, sondern über das jeweilige Areal verteilt vorkam. Bei einem Anbauer sind sechs, bei einem anderen drei Felder betroffen. Die Untersuchungen von Proben in einem polnischen Labor dauern an. Die Experten halten es für wahrscheinlich, dass der Pilz von außen eingeschleppt wurde, etwa mit Erde, Abdeckmaterial oder Setzlingen. Dass die Erreger von den zwei betroffenen Höfen nach Deutschland gelangt sein könnten, schließt Riskær aus: „Die Kartoffeln der Betriebe werden ausschließlich zur Stärkeproduktion genutzt – in Dänemark.“

Das sorgt bei der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein für Erleichterung. „Im Moment besteht Anlass, Entwarnung zu geben“, sagt Sprecherin Daniela Rixen. Sie verweist auch auf 1000 routinemäßige Proben, die der Pflanzenschutzdienst der Kammer in diesem Jahr genommen hat. In keiner davon sei Kartoffelkrebs entdeckt worden. Käme es zu einem Ausbruch der Krankheit, hätte das extrem lange Folgen: Dann, so Rixen, würde ein Betrieb für 20 Jahre gesperrt.

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erstellt am 12.Nov.2014 | 15:28 Uhr

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