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Sanktionen : Putin lässt westliche Lebensmittel verbrennen

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Essen aus dem Westen geht in Russland in Flammen auf. Das erzürnt selbst einen prominenten Putin-Fan.

shz.de von
erstellt am 06.Aug.2015 | 15:31 Uhr

Moskau | Trotz scharfer Kritik von Bürgern haben die russischen Behörden begonnen, durch einen Importstopp verbotene Lebensmittel aus dem Westen im großen Stil zu vernichten. Ein entsprechender Erlass von Präsident Wladimir Putin trat am Donnerstag in Kraft.

Im Zuge der Krimkrise hat die EU seit März 2014 Russland mit einer Reihe von Sanktionen belegt, etwa Einreiseverbote für Kreml-nahe Personen oder Kapitaltransfers. So dürfen sich etwa russische Banken auf dem EU-Markt nicht mehr rekapitalisieren. Im Gegenzug verhängte Putin Einfuhrverbote für Waren aus EU, Australien, USA, Kanada und Norwegen, vornehmlich Agrargüter. Die entsprechende Liste trat vor genau einem Jahr, am 7. August 2014, in Kraft.

Im ganzen Land berichtete die Agraraufsicht von Früchten und Käse, die tonnenweise verbrannt wurden. Hunderttausende Russen protestierten mit einer Petition gegen die Verschwendung von Lebensmitteln. Mit dem umstrittenen Erlass reagiert der Kreml auf die illegale Einfuhr von Nahrung aus der EU und den USA. Das Importverbot ist eine Reaktion auf Sanktionen des Westens gegen Russland in der Ukraine-Krise.

Laut Spiegel Online wird die Aktion für Putin allerdings zu einem PR-Desaster. So habe sich etwa der prominente Fernsehmoderator Wladimir Solowjow kritisch geäußert. Solowjow gilt als Anhänger der Politik Putins.

(Ich verstehe nicht, wie ein Land, dass eine schreckliche Hungersnot und einen schrecklichen Krieg erlebt hat, Lebensmittel zerstören kann.)

Der Rubel befindet sich unterdessen weiter im Sinkflug. Am Donnerstagmorgen kostete ein US-Dollar bis zu 64,11 Rubel und damit so viel wie seit Februar nicht mehr. Auslöser seien die am Donnerstagmorgen zunächst weiter gesunkenen Ölpreise gewesen, hieß es aus dem Handel. Für Russland ist der Preis der Sorte Brent entscheidend, weil er als Richtschnur für den Wert des russischen Öls gilt. Der Brent-Preis war am Donnerstagmorgen auf 49,37 US-Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit Anfang Februar gefallen.

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